Herrschaftsfreie Basisgewerkschaft – Österreichische Sektion der IAA

Betriebsinfoblatt #2 bei JaW im Dezember erschienen

In Gesundheit und Soziales on 29. Dezember 2017 at 16:21

Kleines Blatt mit großer Wirkung

Anfang Dezember haben wir, die Betriebsgruppen-Initiative bei Jugend am Werk (JaW), dem größten Wiener Anbieter von Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen sowie von Ausbildungen für Jugendliche, unser zweites Betriebsinfoblatt (Bib#2) herausgegeben. Verteilt wurde dieses wieder vom WAS und seinen SympathisantInnen, um uns zu unterstützen – und zwar am Tag der Betriebsversammlung der Jugend am Werk Begleitung von Menschen mit Behinderung GmbH Anfang Dezember und in der Woche davor.

Themen des Blattes waren diesmal: Gerüchte rund um den Betriebsrat, die Gefährdung einer Betriebsvereinbarung zu dienstfreien Tagen in Bezug auf Weihnachten sowie ein Text zu Betriebsgruppen als Alternative zu Betriebsräten.

Die #2 sorgte für weniger Wirbel und Aufregung als die #1. Auf der Seite der Belegschaft stieß es aber vor allem bei den KollegInnen vom Fahrtendienst auf großes Interesse. Sie gehören zu den JaW-MitarbeiterInnen, neben den Reinigungsrkräften, die am schlechtesten bezahlt werden und die durch geteilte Dienste unwürdige Arbeitsbedingungen haben.

Auf Leitungsebene hat das Erschienen des Bib#2 offensichtlich soviel Druck ausgeübt, dass einige Tage nach dem Verteilen ein Mail von der Leitung an uns MitarbeiterInnen mit folgendem Inhalt ausgeschickt wurde: Sie werde, um – sinngemäß – die Leistung der MitarbeiterInnen gebührend anzuerkennen, auch heuer einen Stundenausgleich für alle gewährt, egal ob sie am 24.12 und 31.12. arbeiten oder nicht. Sich mit diesem angeblichen Geschenk zu brüsten ist eine Frechheit, da wir MitarbeiterInnen laut Betriebsvereinbarung diese freien Tage so oder so bekommen müssen. Nur: Im letzten Jahr hat die Leitung schon einmal versucht, diese Tage einfach nicht zu gewähren, da der 24.12. und der 31.12. auf Samstage und damit ohnehin freie Tage gefallen sind. Aber in der Betriebsvereinbarung wird nicht zwischen Werktagen und Wochenenden unterschieden; somit kann die Leitung sich nicht beliebig aussuchen, ob sie die diese freien Tage gewährt oder nicht. Das aktuelle Bib hat vielleicht dazugeführt, daß heuer nicht erneut versucht wurde, uns diese freien Tage wegzunehmen.

In der Betriebsversammlung war dann das erste Gerücht vom Bib#2 Thema. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende versuchte auf humoristische Art und Weise Stellung zu diesem Gerücht zu nehmen – welches beinhaltet, dass er innerhalb JaWs eine Leitungsposition übernehmen wird – indem er meinte, dass er noch gar nichts davon gewusst habe, dass die genannte LeiterInnen-Stelle frei werde. Auch sei allen bekannt, dass er in Altersteilzeit gehen wolle, was mit einer Leitungsposition nicht vereinbar wäre.

Sichtlich nervös war auch eine andere Betriebsrätin, welche nächstes Monat, also im Jänner, auf jeden Fall eine Leiterinnen-Stellen antreten – also mal so eben die Seite wechseln – wird: Heute noch im Betriebsrat, morgen Leiterin.

Auf den Rest der Gerüchte und des Bib#2 wurde bei der Betriebsversammlung nicht weiter eingegangen. Beherrschende Themen waren – verständlicher Weise – die derzeit laufenden Verhandlungen zum SWÖ-Kollektivvertrag, die neue Geschäftsführung von JaW sowie die neue schwarz-blaue Regierung, wobei vor allem letztere berechtigter Weise als ernsthafte Bedrohung im Sozialbereich gesehen wird.

Auf Wunsch schicken wir JaW-KollegInnen das Bib#2 in digitaler Form per Email zu, falls sie es noch nicht erhalten haben.

Wenn ihr Kontakt mit uns aufnehmen wollt, könnt ihr uns über diese Email-Adresse erreichen: bg-jaw@riseup.net

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