wiener arbeiter*innen syndikat

Archive for the ‘WAS heißt…’ Category

WAS geht, Oida?

In aktuelle Termine, Solidarity, WAS heißt... on Juli 5, 2017 at 6:59 pm

 

Liebe Genoss*innen, liebe Freund*innen!

Wir veranstalten am 15.07.2017 unseren ersten Stammtisch und wollen Euch alle sehr herzlich einladen!

Dies soll jeder und jedem die Möglichkeit geben das WAS in ungezwungener Athmosphäre kennen zu lernen, als auch, dass wir WASis uns ungezwungen treffen!

Wann? ab 19:00 Uhr bis in den Abend hinein
Wo? Druckraum
Redtenbachergasse 3/ Souterrain
1150 Wien

Euer WAS

 

Advertisements

WAS heißt Basisgewerkschaft

In Allgemeines, WAS heißt... on Mai 15, 2016 at 12:29 pm

basisgewerkschaftDu hast schon fast alle deine Kolleg*innen angesprochen und die meisten davon sind jetzt überzeugte WASler*innen geworden. Deine Betriebsgruppe tritt in der Öffentlichkeit. Die Chefs sind jetzt voll dabei eine Gegen-Kampagne zu führen. Ein Chef-Argument ist: „Die Gewerkschaft ist von draußen. Die wollen hier nur Unfug machen, um das Geschäft kaputt zu machen. Danach sind die wieder weg. Besser du sprichst direkt mit uns, ohne diese Außenstehenden, diese Gewerkschaft.“ Manche Gewerkschaften sind tatsachlich Den Rest des Beitrags lesen »

WAS heißt Arbeiter*innensolidarität

In Allgemeines, WAS heißt... on Mai 1, 2016 at 12:20 pm

arbeiterinnensolidarität

Solidarität mit „unseren Leut“ fordert die FPÖ und wendet sich damit gegen Hilfe für Geflüchtete. Mit unserem Begriff von Arbeiter*innensolidarität hat das freilich nichts zu tun.

Denn dieser baut darauf auf, dass wir als Lohnarbeitende – unabhängig von Hautfarbe, Kultur oder Hobbys – einiges gemeinsam haben, nämlich dass wir arbeiten müssen, um unseren Lebensunterhalt zu sichern. Deshalb sehen wir Arbeiter*innen nicht als Konkurrenten, sondern als Verbündete. Den Rest des Beitrags lesen »

WAS heißt wilder Streik

In WAS heißt... on Januar 6, 2016 at 5:51 pm

wilder streikEs gibt zwei Arten von Wildem Streik: Die „Kann passieren“-Variante und die „Darf nicht wahr sein“-Variante. Wer hat nicht schon einmal von einem Wilden Streik der Variante „Kann passieren“ geträumt? Stell dir vor, es gibt wieder eine Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz. Kolleg*innen sagen, sie werden etwas nicht tun, weil es zu gefährlich ist und sie werden auf der Stelle entlassen. Du schaust dich um: Machen die anderen Kolleg*innen etwas? Der Traum: Ein Wilder Streik. Arbeitsverweigerung bis unser*e Kolleg*innen wieder da sind und die gefährliche Arbeit besser gesichert ist. Aber Angst ist ein starkes Zeug. Du willst auch nicht gefeuert werden. Wenn ein*e andere*r es zuerst machst, bist du sicher dabei, aber als allererste*r lieber nicht… Und so passiert es doch nicht… Die „Kann passieren“-Variante ist nicht zu Stande gekommen. Alle warten bis wirklich jemandem etwas passiert oder auf die nächste Ungerechtigkeit. Ein Wilder Streik der Variante „Kann passieren“ kann dennoch passieren: Wenn die Mitarbeiter*innen zuerst darüber sprechen, sich gegenseitig versprechen, ja, nächstes Mal erlauben wir das nicht. Es ist zwar selten, aber ja, es kann passieren. Aber nachher braucht man wirklich Solidarität, weil die Chefs sicher nach der*m Anstifter*in suchen werden. Eine*r nach der*m anderen muss zum Meeting mit dem Chef und seinen plötzlich sichtbaren Human Ressource Consultants. Da wirst du hören, dass es doch Fehler gegeben hat, dass es aber in Zukunft viel besser wird, dass, wenn du Probleme hast, du doch direkt mit dem Chef sprechen solltest und auf keinem Fall mit diesen Anarchist*innen, die von außen gekommen sind… Das können wir alles unter uns regeln… Wir sind doch eine Familie… Bla bla bla…

Den Rest des Beitrags lesen »

„Neue Arbeiter*innenbewegung“?

In Diskussion, WAS heißt... on September 5, 2015 at 7:51 pm

arbeiterinnenbewegung

Die Alte Arbeiter*innenbewegung – das ist die Sozialdemokratische Partei, aber auch die linken Sekten, die verzweifelt versuchen sich auf dem parlamentarischen Parkett zu etablieren, und die ÖGB-Gewerkschaften – hat all ihre Strahlekraft verloren. Das liegt aber weniger an den Personen, die diese Organisationen verkörpern und führen, sondern vielmehr an der verloren gegangenen Kraft soziale und politische Besserstellungen für die lohnabhängige und arbeitslose Bevölkerung zu erreichen. Aber ihre Kraft ist bereits derart geschwunden, dass sie nicht einmal den gesellschaftspolitischen Status Quo aufrechterhalten kann, sondern für Lohnabbau, Arbeitsplatzvernichtung und schrittweiser Demontage des Sozialstaates herhalten muss. Syriza in Griechenland ist ein dramatisches Beispiel, welches zeigt, wie auf der Ebene des Parlamentarismus, also der bürgerlichen Demokratie, gegen die konzentrierte Macht des Kapitals rein gar nichts mehr auszurichten ist.

Den Rest des Beitrags lesen »

Direkte Aktion – Zum Verständnis eines Konzeptes

In Allgemeines, Diskussion, WAS heißt... on August 13, 2015 at 10:19 am

direkte aktion

Hier ein Text, den wir schon in der Vergangenheit öfter herangezogen haben um zu erklären, was mit dem zentralen Begriff der Direkten Aktion im Anarchonsyndikalismus gemeint ist. Auch wenn er schon aus dem Jahr 2000 stammt (Anarcho-Syndicalist Review, 2000), und die erwähnten Ereignisse schon einige Zeit zurückliegen und die Schreibweise nicht immer gendergerecht ist, hat der Text von Harald Beyer-Arnesen nicht an Bedeutung eingebüßt. Der Autor beschäftigt sich dabei auch mit den ersten großen Demonstrationen rund um die Gipfeltreffen der Staatschefs der G7 bzw. G8 oder diversen EU-Gipfel. Spätestens seit dem Treffen der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahre 1999 in Seattle wird der Begriff der „direkten Aktion“ immer wieder im Zusammenhang mit gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt oder Protestformen, bei denen Gegenstände wie z.B. die Auslagenscheiben von McDonalds- Filialen beschädigt werden, gleichgesetzt. Diese Ereignisse standen für viele für den Beginn einer neuen „antikaptialistischen Bewegung“ die ohne eine ArbeiterInnenbewegung auszukommen schien – sich jedoch bald in „eventhopping“ und inszenierten Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht erschöpften, die Grundfesten des Kapitalismus aber kaum erschüttert haben. Auch die Berichterstattung zu den  „Facebook“-Revolutionen des arabischen Frühlings oder der Antiaustertätsbewegungen in Spanien und Griechenland der jüngeren Vergangenheit verstellen den Blick darauf, dass fernab der großen Demonstrationen auf symbolträchtigen Plätzen die viel direktere Aktion in den Nachbarschaften und Betrieben stattfand und stattfindet.
Also Zeit mit gewissen Missverständnissen aufzuräumen.

Die Direkte Aktion ist nicht mit schlauen Sprüchen und wissenschaftlichen Abhandlungen zu verwirklichen, aber es wird nicht schaden sich darüber auch mal ein paar Gedanken zu machen und sich Gedanken zu widmen, die sich andere dazu gemacht haben.

Den Rest des Beitrags lesen »

Arbeitszeitreduktion – aber wie? Und vor allem: durch wen?

In Arbeitszeit, WAS heißt... on Oktober 4, 2014 at 12:12 pm

 arbeitszeitverkürzung

Mittlerweile dringt eine zugegebenermaßen von Linken und GewerkschaftsaktivistInnen (noch?) nicht gerade massiv geführte Diskussion um eine allgemeine Reduktion der Arbeitszeit an die Oberfläche massenmedialer Wahrnehmung. Vielleicht ist diese Formulierung nicht ganz richtig: Die Frage nach einer Herabsetzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich drängt sich nach den vielen Jahren der einseitigen Flexibilisierung, Rationalisierung, Prekarisierung, Reallohnkürzung und Verdichtung der Arbeitsprozesse auf der einen und Massenarbeitslosigkeit auf der anderen Seite derart logisch auf, dass es selbst mehr oder minder liberale Zeitungen wie die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ oder der österreichische „Kurier“ (27.9.2014, „Karriere“ S. 2-3) zum Thema machen. Vielleicht sind Burn-Out, zerbrechende Familien wegen ausufernder Arbeitszeiten und Zukunftsängste um den eigenen Nachwuchs ein auch in Zeitungsredaktionen bekanntes Phänomen.

Nach Jahren der steten Mehrbelastung und der Profitmaximierung auf Kosten der ArbeiterInnen und zuletzt auf Kosten ihrer Arbeitsplätze ist es keine radikal-gewerkschaftliche Forderung mehr, sondern eine Frage des durchschnittlich „gesunden“ Menschenverstandes, dass es auch wieder zu Entlastung der ArbeiterInnen durch Verteilung der Arbeitszeit und durch Erhöhung des durchschnittlichen Stundenlohns kommen muss. Irgendwann nützt auch nicht mehr die effektivste Werbemaschinerie zur Erzeugung künstlicher Bedürfnisse oder eingebaute Verschleißteile in Smartphones und digitalen Wegwerf-Autos was, um den Konsummarkt aufrechtzuerhalten, wenn sich das die Leute dank Arbeitslosigkeit einfach immer seltener leisten können, und noch dazu die Banken finanzkrisenbedingt immer seltener bzw. teurer Konsumkredite vergeben.

haensel_gretel

ÖGB und SPÖ verliefen sich im Wald (wieder mal)

Der Österreichische Gewerkschaftsbund hat sich indes darauf versteift an einer anderen Front zu kämpfen. Der „politischen“. Da werden mit dem Koalitionspartner ÖVP lieber Spiegelfechtereien über etwaige Steuersenkungen ausgefochten. Dass diese deshalb auch so zahnlos und unrealistisch sind, dürfte den Spitzenfunktionären in ÖGB und SPÖ bewusst sein. Vielleicht hält es aber ein paar WählerInnen bei der Stange. Mit der Rettung der heimischen Banken (nicht nur der Pleite-Hypo!) haben sich die SP-Spitzen ohnedies jeglichen finanziellen Handlungsspielraum genommen. Und einmal mehr klargemacht: Die möglichst störungsfreie Aufrechterhaltung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist unser oberstes und leider auch einziges Ziel.

Faymann hat durchaus glaubhaft in einem ORF-Interview gemeint, dass ihm die jüngste 8%-Schlappe der vorarlberger Landespartei weit weniger schlaflose Nächte bereitet, als die Maßnahmen die er zur Rettung der Banken zu setzen hatte (wiewohl das eine auch mit dem anderen zusammenhängen dürfte). Es ging ja schließlich darum eine Krise wie die der 1930er-Jahre zu vermeiden, wo der Totalzusammenbruch großer Banken die Massenarbeitslosigkeit erst recht vorantrieb.

Aus der Geschichte lernen ist ja mal kein schlechter Ansatz. Ist aber Bankenretten alles was die SPÖ aus der Geschichte gelernt hat? Selbst wenn wir wollten, können wir der Sozialdemokratie nicht bei ihrer Selbstabschaffung im Wege stehen… Was hält der ÖGB dagegen? Wie ein trotziges Kind will er dem lieben Staat nun weniger vom Lohn abgeben, weil der ja so schlecht damit gewirtschaftet hat. So als ob man/frau ihn so rückwirkend davor abhalten könnte das Geld in schwarze Löcher, oder genauer: auf die Konten von Spekulations-Investoren, geleert zu haben. Weil der Staat, wie Faymann sagt, folgerichtig alles Notwendige getan hat um ein in Implosion begriffenes Wirtschaftssystem vorm selbstverschuldeten Untergang zu retten. Von den Spätfolgen dieser Krise, wie etwa der Frage wie die Altersvorsorge (private oder staatliche) in gar nicht so unabsehbarer Zeit aufrechterhalten werden soll, wenn die Jungen heute nur mehr Scheißjobs oder gar keine bekommen und natürlich auch wenig bis nichts in die Kassen einzahlen mal ganz zu schweigen. Ja, da steckt ein toter Hund drinnen, der so sehr er auch zu stinken beginnt, nicht rauszukriegen ist.

securedownload-6

Zeit für Forderungen?

Der Eindruck, dass es darum gehen müsse den Unternehmern die Sache möglichst schönzureden wird aber auch manches Mal in der Diskussion um die Verkürzung der Wochenarbeitszeit geweckt. Auch hier werden immer wieder die vermeintlichen oder tatsächlichen Vorteile für die Unternehmer und den Konsummarkt ins Treffen geführt, die sich daraus ergeben würden, dass die Arbeitslosigkeit effektiver bekämpft, damit die öffentlichen Kassen entlastet und der Massenkonsum wieder angekurbelt und die ArbeiterInnen wieder motivierter an die Arbeit gehen würden.
Ja, das würde sich auch mancher Unternehmer wünschen – nur naturgemäß nicht auf Kosten seines eigenen Profits.
Die Frage, die sich daher alle VorkämpferInnen einer Arbeitszeitverkürzung stellen müssen: Wer sind unser wirklichen Verbündeten im Kampf um dieses legitime und sinnvolle Anliegen? Und wollen wir damit das gegenwärtige System aufrechterhalten, umgestalten oder überwinden?

UnternehmerInnen, die Jahre hindurch von der Verschärfung der Arbeitsbedingungen gelebt haben und nun krisenbedingt erkennen müssen, dass die Profitmaximierung nicht mehr so funktioniert wie noch vor ein paar Jahren? PolitikerInnen, denen die Erhaltung staatlicher Macht (weil Garant ihrer eigenen Macht) einzig wahre Religion ist, so sie nicht ohnedies ausschließlich im Interesse ihrer zukünftigen Arbeitgeber in der Privatwirtschaft agieren?

Die Wahrheit, dass die Interessen der ArbeiterInnen nicht die selben, ja meist auch nicht kompatibel mit den Interessen der Unternehmer und des Staates sind, diese Wahrheit ist den ArbeiterInnen zumutbar!

In das Vakuum, dass die Selbstaufgabe einer auf Sozialpartnerschaft ausgerichteten Zentralgewerkschaftsbewegung und Sozialdemokratie hinterlässt, können natürlich auch alternativgewerkschaftliche Strömungen stoßen, wie jene, die die 30 Stunden-Woche fordert. Sie darf aber nicht den Fehler machen, den etwa die Bewegung für die Forderung des „Bedingungslosen Grundeinkommen“ gemacht hat. Diese hatte ja nicht nur eine zusätzliche Vernebelungswirkung auf eine Linke, die sich faktisch völlig aus dem Kampffeld der Lohnarbeit zurückgezogen hatte. Es war eben auch bloß eine Forderung. An den Staat. An Parteien. An die „Sozialpartnerschaft“. Und wenn die dann einfach „nein“ sagen? Oder die Forderung so verwursten, dass daraus einfach ein „effizienteres“ Sozialhilfesystem wird?

Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Co. haben ohnedies schon mehrmals und mehr als deutlich gemacht, dass die „Wünsch-Dir-Was“-Zeit vorbei ist, so es sie jemals gegeben hat – und ÖGB und SPÖ haben das weitgehend vorbehaltlos akzeptiert. Also: realistisch werden!

5473162_BLD_OnlineEin bekanntes Beispiel aus Griechenland: Nach der Schließung eines staatlichen TV-Senders wurde dieser von der Belegschaft besetzt und weitergeführt

…oder für Kämpfe?

Es gibt nur einen Weg, damit die möglicherweise im Entstehen begriffene Bewegung für eine Arbeitszeitsenkung mit vollem Lohnausgleich substantieller sein kann als etwa jene für das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Sie darf kein Appell an die Vernunft oder den good-will der Politiker und Wirtschaftsbosse sein, sondern sie muss da stattfinden, wo die Ausbeutung stattfindet. Die wenigen erfolgreichen Arbeitskämpfe in Europa der letzten Jahre waren vor allem solche Streiks und Betriebsbesetzungen bei denen die lokale Bevölkerung (unter ihnen natürlich auch Erwerbslose) aktiv miteingebunden wurden. Auch die vielen selbstorganisierten Kämpfe in den „Krisenländern“ wie Griechenland zeigen das Potential, dass selbst in unserer kaufgeilen, medial abgestumpften, verantwortungsdelegierenden und elektronisch überwacht und gelenkten Gesellschaft angesichts von Demoralisierung, Massenarbeitslosigkeit und Sozialkürzungen existiert. Die sukzessive Verelendung führt leider nicht automatisch zu Aufbegehren, aber es gelingt durch sie offenbar auch nicht den Willen der Menschen zur Selbstbestimmung tot zu kriegen.

DSC00489In der spanischen CNT-IAA gibt es schon länger die Kampagne für eine 30 Stunden Woche.

Direkte Aktion, und die propagieren wir AnarchosyndikalistInnen so unermüdlich, bedeutet, dass das Ziel so weit als gerade möglich auch in den Mitteln enthalten sein soll. Im konkreten Fall heißt das Ziel Arbeitszeitreduktion. Die Mittel beginnen bei der (kollektiven) Verweigerung von Überstunden. Führen über Teilstreiks, etwa bei ungeliebten Diensten (Tagesrandzeiten, Teildiensten, Wochenenden, Feiertagen…) zu wirklich unbefristeten Streiks. Bis hin zu Betriebsbesetzung und Kollektivierung der Produktion in die dann auch bislang Erwerbslose eingebunden werden. In solchen Kämpfen, und wahrscheinlich nie ohne sie, entwickeln sich reale Perspektiven heraus aus dem Schlemassel Namens Kapitalismus.

Der Kampf um Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung muss also v.a. in den Betrieb getragen werden, in die regulären, prekären, scheinselbstständigen Lohnabhängigkeitsverhältnisse. Es ist ein basisgewerkschaftlicher, kein sozialpartnerschaftlicher Kampf, der Erfolge bringen kann. Im Einzelfall genauso wie in der Gesamtheit der ArbeiterInnenschaft.

Wenn im Zuge dieses Kampfes Widersprüche mit dem herrschenden Wirtschaftssystem entstehen, dann kann auch die Einsicht entstehen, dass das Arbeiten zum Zweck der Profitmaximierung, ob 30, 42 oder 5 Stunden, an sich kein wünschenswerter Zustand ist. Die Einsicht, dass wir Bosse und Politiker, Staat und Kapital eigentlich nicht brauchen um zu leben.
Das wird nicht von alleine passieren und nicht von heute auf morgen, aber es ist realistischer als anzunehmen Politik und Kapital würden sich auf unser Flehen hin unser d´erbarmen. Und: Die Angst wir könnten irgendwann auf sie verzichten wollen, war bislang die einzige wirkliche Triebfeder für Sozialreformen „von Oben“.
Ob es uns gefällt, erfolgversprechend und mühsam erscheint oder nicht: wir, die ArbeiterInnen selbst müssen den Kampf um menschlichere Arbeitszeiten, -bedingungen und Bezahlung kämpfen.

Es rettet uns kein höh´res Wesen.

kämpferische Gewerkschaft3