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Archive for the ‘Öffentlicher Verkehr / Transport’ Category

Die Arbeiter*innen– Selbstverwaltung des Öffentlichen Nahverkehrs in Barcelona 1936-1939

In Öffentlicher Verkehr / Transport, Historisch on März 1, 2016 at 8:34 am

barcelonapublictransitposterDie Geschichte der direkten Selbstverwaltung der Arbeiter*innen des Nahverkehrssystems in Barcelona während der spanischen Revolution bzw. Bürgerkrieg in den 1930ern ist ein hervorragendes Beispiel der Fähigkeiten der arbeitenden Menschen die Industrie in der sie arbeiten selbst zu verwalten.
Die Jahre die letztlich zur spanischen Revolution 1936 führten waren von erbitterten Kämpfen der Arbeiter*innen gekennzeichnet. Wie z.B. der lange aber letztlich niedergeschlagene Streik der Straßenbahner 1935. Eine Vielzahl von führenden Aktivisten des Streiks kam dabei ins Gefängnis.
Mit dem Wahlsieg der Liberalen und Sozialdemokrat*innen im Februar 1936 wurden inhaftierte Gewerkschafter wieder freigelassen und die Gewerkschaft im öffentlichen Nahverkehr konnte sich erfolgreich reorganisieren um eine gewichtige Rolle in den revolutionären Ereignissen des kommenden Jahres zu spielen.
Zu dieser Zeit wurde der Hauptteil des Transports in Barcelona durch ein großes Straßenbahnnetz getragen, betrieben von der privaten Gesellschaft „Tranvias de Barcelona“ die hauptsächlich belgischen Investoren gehörte. Die Gesellschaft betrieb 60 Linien die kreuz und quer durch die Stadt verliefen und diese mit den nahe gelegenen Vororten verbanden.
Von den 7000 Arbeitern (es waren vorerst ausschließlich Männer) der Firma gehörten 6500 der Transportgewerkschaft der anarchosyndikalistischen CNT (Confederación Nacional del Trabajo) an. Die Transportgewerkschaft war eine höchst demokratische Organisation, betrieben durch Arbeiter– Vollversammlungen und gewählte Räte (delegados). Syndikalistisch zu sein bedeutete, dass die Gewerkschaft Teil einer revolutionären sozialen Bewegung sind, die zum Ziel hat, dass die Arbeiter*innen die direkte und kollektive Kontrolle über ihre Industrie übernehmen und damit die Chefs und Kapitalisten ersetzen. Um eine Wirtschaft zu errichten, in der die Industrien der gesamten Gesellschaft gehört.

Die führenden Köpfe des spanischen Militärs reagierten am 19.Juli 1936 auf die zunehmenden Arbeiter*innen – Massenmobilisierung und Streiks mit einem Putsch gegen die liberale Regierung und wollten nunmehr mit diktatorischen Mitteln gegen die radikale Arbeiter*innenbewegung vorgehen. Dabei wurden sie nicht nur von den spanischen Faschisten sondern vom Großteil der spanischen kapitalistischen Eliten unterstützt.

Bewaffneten Gewerkschaftsgruppen gelang es mit Unterstützung… Den Rest des Beitrags lesen »

Bulgarien: Proteste gegen Bahnreform

In Öffentlicher Verkehr / Transport, Solidarity on März 22, 2015 at 12:33 pm

ARS Bahnprotest

Aus: Anarchosyndikat Köln/Bonn, anarchosyndikalismus.org 

Seit Mitte Januar 2015 findet eine Reihe von Protesten gegen die geplante „Reform“ der bulgarischen Eisenbahn BDZ statt. Die Regierung bereitet die weitere Stillegung von Bahnverbindungen und Kürzungen im Angebot vor, um die staatliche Aktiengesellschaft „Bălgarski Dăržavni Železnici“ schrittweise zu privatisieren.

Auch die Gewerkschaft „Autonomes Arbeiter/innen-Syndikat“ (ARS) organisierte am Bahnhof der Hafenstadt Varna eine kleine Kundgebung, an der sich etwa 50 Bürger/innen, Aktivist/innen und Arbeiter/innen beteiligten, die über das Schicksal der Eisenbahn als größtem Arbeitgeber des Landes besorgt sind.

Ein Großteil der über 17.000 Bahnarbeiter/innen hat jedoch nicht an Protesten teilgenommen, da sie einerseits vom Management mit Entlassung bedroht wurden und Erklärungen unterschreiben mussten, dass sie nicht demonstrieren werden. Andererseits waren viele nicht gekommen, weil das Verkehrsministerium am Tag vor dem landesweiten Aktionstag der reformistischen Gewerkschaften angekündigt hatte, dass die geplanten Kürzungen gestoppt würden, woraufhin die Kundgebungen abgesagt wurden.

Trotz dieser Hindernisse hält die anarchosyndikalistische ARS ihre Aktion in der Großstadt am Schwarzen Meer für mehr als erfolgreich, denn sie haben ihr Hauptziel erreicht, im Anschluss zu der Aktion eine Vollversammlung abzuhalten. Dort wurde gemeinsam über die Probleme bei der Eisenbahn diskutiert und versucht Strategien zu entwickeln, um die Probleme zugunsten der Arbeiter/innen und Fahrgäste zu lösen.

Vollversammlung diskutiert Alternativen

An der Sitzung haben neben den lokalen Aktivist/innen der ARS auch Bahnarbeiter/innen, Rentner/innen und andere Bürger/innen teilgenommen, denen das Schicksal der Eisenbahn am Herzen liegt. Diskutiert wurden folgende, sehr interessante Themen:

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