Herrschaftsfreie Basisgewerkschaft – Österreichische Sektion der IAA

Archive for the ‘Kommentar’ Category

Die Masche der Firma EFS

In Dienstleistung, Kommentar on 12. November 2021 at 11:35

Heute ist Dein Glückstag! – Hey, hast Du mal einen Moment? Du bist mir jetzt grad‘ aufgefallen, Du hast eine sehr charmante und seriöse Art! Also, wir bauen da gerade so ein junges Team auf … – und Jackpot! Genau, Du fehlst noch bei diesem Geschäft! Wem in Wien die Geschäftspartner*innenschaft auf der Straße herangetragen wird, so richtig dick ins Business einzusteigen, hat es vermutlich mit eine Außenstelle der Firma EFS zu tun.

Dir wird eine Karriere im Finanzsektor versprochen, nur rein zufällig hast Du keine Ahnung davon? Für EFS ist das kein Problem, denn Deine Gutgläubigkeit ist das Geschäftsmodell!

EFS steht für „Euro Finanz Service Vermittlung AG“ und bezeichnet sich als Versicherungsagent, Vermögensberater und als „konzessionierte Wertpapierfirma“. EFS vermittelt Versicherungen und Fonds, also EFS bringt quasi die kleinen Leute an die großen Firmen. Den Rest des Beitrags lesen »

WAS wirkt!

In Allgemeines, Kommentar on 6. August 2021 at 23:59

Zwischenbilanz 2021 und Aufruf zur Selbstorganisierung

Unsere herrschaftsfreie Basisgewerkschaft war bei genauerer Betrachtung außerordentlich erfolgreich im letzten Jahr. Zeit für ein paar erstaunliche Erkenntnisse!

Der letzte gewonnene Arbeitskampf bei Seamox/S3 hat es wieder einmal bestätigt. Die Methoden des Anarchosyndikalismus funktionieren, und sind auch derzeit aktueller den je. Eine Gewerkschaft wie unsere, die auf aktive Mitglieder, anstatt auf Karteileichen baut, kann mit wenigen aber konsequenten Menschen wirklich viel erreichen. Das Sinnieren über unsere bisherigen Kämpfe hat ein paar bemerkenswerte Feststellungen für uns selber gebracht, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

  • Das WAS hat im letzten Jahr über 40.000,- Euro mit seinen Mitgliedern erkämpft
  • Alle Kämpfe unserer direkten Mitglieder wurden gewonnen
  • Kämpfe von „Externen“, die wir nur unterstützt haben, sind öfter mal versandet
  • Es wurde noch kein einziger Arbeitskampf, den wir begonnen Den Rest des Beitrags lesen »

Erfundene Verwaltungsübertretungen am 1. Mai

In Kommentar, Repression, sonstiges Recht on 25. Mai 2021 at 00:57

Kommentar und
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum kollektiven Widerstand

Die letzten zehn Tage treffen die ersten Strafen für die vermeintlichen Verwaltungsübertretungen am 1. Mai im Votivpark ein – und diese haben es in sich! Alle Verwaltungsstrafen, die WAS-Mitglieder bisher bekommen haben, sind frei erfunden. Es werden nicht nur vermeintliche falsche „Corona-Abstände“ bestraft, sondern in jeder Anzeige werden fehlenden Masken bestraft, obwohl Masken auf der Demonstration durchgehend getragen worden sind.

Es handelt sich also um eine strukturelle Repressionsmaßnahme der Polizei gegen Mayday-TeilnehmerInnen. 450 Strafen zu 240,- Euro sind schnell mal über 100.000,- Euro, die uns so entzogen werden sollen. Nicht wenige von uns Habenichtsen könnten 240,- Euro auch in echte Bedrängnis bringen. Wir halten es daher für extrem wichtig, daß jede einzelne dieser Strafen beeinsprucht und auf keine Fall gezahlt wird. Als WAS leisten wir kollektiven Widerstand dagegen und hoffen, daß dies auch alle Anderen, die so eine Strafe erhalten, machen Den Rest des Beitrags lesen »

„Oops! … I Did It Again“ oder „Hit Me Baby One More Time“?

In Kommentar, Termine (vergangene) on 18. November 2020 at 06:30

Zum neuen Lockdown
&
Demonstration am 18. November

Hier ist er also, der neuerliche Lockdown in Österreich. Vor wenigen Wochen noch „undenkbar“ wurde er nun bis Anfang Dezember verhängt. Neben der Tatsache, daß wir selbstredend – während wir alle privaten Kontakte auf ein absolutes Minimum beschränken sollen – weiter brav hackeln gehen sollen, und dem Goodwill der Chefitäten ausgesetzt sind was das Infektionsrisiko in der Produktion oder dem Großraumbüro betrifft, sind einge weitere Punkte dieses neuerlichen Lockdowns so bemerkenswert wie dilletantisch, daß wir uns ihnen hier kurz widmen wollen.

Als erstes ist die Tatsache hervorzuheben, daß die COVID-19-Notmaßnahmenverordnung handwerklich wieder einmal sehr schlecht gemacht ist. Die rechtlichen Begündungen des Ministeriums, weichen teilweise vom Verordnungstext selber ab. Als wirklich peinliches Beispiel sei die Erläuterung zu „Einzelne“ genannt. Im Erläuterungstext, der eigentlich die Intentionen und Stoßrichtung von Gesetzen oder in diesem Fall Verordnungen erläutern sollte, setzt das Ministerium tatsächlich einen Link auf den Duden um „mehrere Einzelne“ zu präzisieren. Der Duden definiert aber „Einzelne“ als „einige, wenige Personen“. Also sind laut Sozialministerium „mehrere Einzelne“, „mehrere, einige, wenige Personen“. Wegen solcher Dinge wurde der Text dann auch „on the fly“ nach der Den Rest des Beitrags lesen »

KV-Abschlüsse in Zeiten von Corona

In Handel, Kommentar on 22. Oktober 2020 at 22:04

Wenn eine Bankrotterklärung des ÖGB die Andere jagt

Der gestrige Abschluß des Handels-KV, dem der ÖGB in erster (!) Verhandlungsrunde zugestimmt hat, ist unserer Ansicht nach erbärmlich. Mit gerade 1,5 % Lohnerhöhung soll lediglich die Inflation abgegolten werden. Das dies nichteinmal annähernd der Realinflation, gerade für die unteren Einkommen, entspricht, haben wir schon öfters aufgezeigt.

Richtig peinlich wird es aber, wenn man sich die Lösung für die „Corona-Prämie“ ansieht. Dabei haben sich die SozialpartnerInnen darauf geeinigt, daß den UnterneherInnen empfohlen (!) wird, 150,- Euro in Worten „Einhundertfünfzig“, an die HacklerInnen auzuzahlen. Wir sprechen hier von den ArbeiterInnen, die wochenlang im März und April in plumper Nationalismuslogik als „HeldInnen der Nation“ betitelt und allabendlich beklatscht wurden. Also jene, die für die Supermarktketten einen riesen Gewinn eingefahren haben, bei über 20% Umsatzsteigerung. Der Themenverfehlung eines „Gewerkschaftsbundes“, der in einer historischen Situation, wo 95% der Menschen den Handelsangestellten wohlwollend wie nie zuvor gegenüberstehen, ist von unserer Seite nichts hinzuzufügen – sie spricht für sich selbst.

Daß im Handel auch Firmen tätig sind, die an der Exitenz schrammen, hat nichts damit zu tun, daß man die Den Rest des Beitrags lesen »

Frauen-Zentrum weiterhin bedroht

In Feminismus, Kommentar, Repression, Solidarity on 30. September 2020 at 13:08

Seit Anfang des Jahres berichten wir über die Bedrohung der Unabahängigkeit des FrauenLesbenMigrantinnen-Zentrums in Wien durch einen Mietvertrag des WUK-Vereins mit der Stadt Wien. Nachdem das WUK tatsächlich den Mietvertrag auch über den Bereich des FZs unterschrieben hat, möchte die Stadt Wien nun über die Räumlichkeiten, konkret über das Stiegenhaus, des FZ, verfügen. Das WAS ist weiterhin solidarisch mit dem FZ und hat für die heutige Pressekonferenz des FZ im Innenhof der Währingerstr. 59 folgende Stellungnahme verfaßt.

Stellungnahme des WAS zum Verhalten der Stadt Wien und des WUK-Vereins bezüglich des Mietvertrags

Wir sind das Wiener ArbeiterInnen-Syndikat, eine anarchistische Gewerkschaft für alle Berufe und sonstige Ausgebeutete. Seit dem Kampf des FrauenLesbenMädchenZentrums (FZ) Den Rest des Beitrags lesen »

Einfach einmal ausschalten

In Überwachung, Kommentar on 26. März 2020 at 23:13

Ein Kommentar zur Weitergabe von Handy-Bewegungsdaten an die Regierung

Die neue Lungenkrankheit bringt die Weltordnung im Kleinen gerade ziemlich durcheinander. Lange ausgeblendet und als nur chinesisches Problem belächelt, klopft das Virus nun mitten in Europa an die Tür. Ausgerechnet hier bei uns! Viele Wohlhabende und Mächtige hätten sich nicht vorstellen können, dass sie selbst – oder zumindest ihr Kapital – von so etwas betroffen sein könnte. Auch der gesättigte Bürger und die lässige Bürgerin wird sich nun der eigenen Körperlichkeit bewusst. Schlimmer noch; Trotz Digitalisierung und Globalisierung stehen hinter dem Buchwert des Kapitals noch immer Menschen, ohne deren täglichen Einsatz Werte schwinden wie Butter in der Sonne. Vor allem, wenn sie nicht mehr weiterarbeiten wollen!

Anfang März noch wortreich ignoriert und zugeschaut, wie sich das Virus auch an noblen Adressen in Windeseile vermehrt, ist nun die Stunde der Wahrheit gekommen. Staatenlenker wollen das Virus im letzten Moment noch stoppen. Für manche auch eine Gelegenheit Allmachtsphantasien Gassi zu führen. Wer wollte nicht schon immer mal Diktator werden? Oder die demokratische Version: Gebts her, Eure Handydaten! Den Rest des Beitrags lesen »

Regierungsprogramm: Grüne opfern Arme und Arbeitslose und VIELES mehr am Altar der Macht

In Arbeitslosigkeit, Kommentar on 23. Januar 2020 at 21:21

Gemilderte Fortsetzung von Schwarzblau in der Sozialpolitik


Wir dokumentieren hier eine Aussendung einer befreundeten Basisgewerkschaft im Arbeitslosenbereich. Die Analyse gibt einen recht guten Überblick aus antikapitalistischer Sicht. Denn was die deutschen Grünen mit Hartz IV und völkerrechtswidrigen Angriffskriegen schon 1999 gezeigt haben, kommt nun in Österreich – wie immer mit 20 Jahren Verspätung – in der etwas provinzielleren und konservativeren Version.


„Eine sehr schwere Enttäuschung ist die Fortschreibung schwarzblauer Politik die bloß um einige längst überfällige umweltpolitische Initiativen und kleineren Systemoptimierungen ergänzt wird. Dass die ÖVP den Bereich Arbeit scheinbar in letzter Minute vom Sozialministerium zum Familienministerium verschoben hat und damit die Arbeitslosenversicherung einer Unternehmensberaterin als ÖVP-Ministerin untergeordnet wird, lässt wenig Gutes erwarten“ kritisiert Aktive Arbeitslose Österreich Obmann Martin Mair das sozialpolitisch eher dürftige Ergebnis der langen Regierungsverhandlungen.

Auffallend ist, dass gerade bei vielen tendenziell positiven Maßnahmen wie das billig Öffi-Ticket, Bildungscheck, mehr Psychotherapie, Neuregelung der Verfahrenshilfe, Aufnahme der Menschenwürde in die Verfassung usw. nicht nur der Zeitplan fehlt, sondern vor allem auch die Finanzierung. Den Unternehmen werden als Zuckerl für überfällige Ökomaßnahmen großzügige Steuergeschenke gemacht. Die AK geht von einer Finanzierungslücke von mindestens 4.4 Milliarden Euro im Jahr aus. Da wird für die einfachen Menschen viel auf der Strecke bleiben, weil die Schwarzgrüne Regierung in erster Linie die Unternehmen bedienen will. Den Rest des Beitrags lesen »