wiener arbeiter*innen syndikat

Archive for the ‘Gastronomie’ Category

Gastronomie-Kampagne

In Archiv, Gastronomie on Dezember 1, 2016 at 1:04 am

Das war eine Kampagne von uns, die wir inzwischen beendet haben. Falls Du Dich dennoch angesprochen fühlst, kannst Du selbstverständlich auch jetzt noch Kontakt mit uns aufnehmen.

Gastro-Flyer

gastro-pirate - Kopie

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Interview mit den Brighton Hospitality Workers

In Gastronomie on Februar 4, 2016 at 12:45 pm

In Brighton/UK macht nun seit einiger Zeit eine anarchosyndikalistische Initiative von sich reden, die es geschafft hat durch Beharrlichkeit und Ausdauer für zahlreiche Arbeiter*innen im Gastgewerbe/Hotelerie Verbesserungen oder Entschädigungen durchzusetzen. Wir sprechen mit einem langjährigen Aktivisten der Solidarity Federation (SolFed) Brighton.

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Wann hat sich die Brighton Solidarity Federation gebildet, wieviele Leute waren daran beteiligt?

Wir haben uns 2007 zusammengetan und waren 6 Mitglieder.

Wie habt Ihr Euch entschieden den gewerkschaftlichen Schwerpunkt der lokalen SolFed-Gruppe auf „Hospitality“ (Gastgewerbe/Hotelerie) zu legen? Waren Mitglieder in dieser Branche beschäftigt?

Unser Interesse war den zahlreichen Anfragen und Unterstützungsgesuchen von Betroffenen aus dieser Branche geschuldet. Uns wurde bald klar, dass viele Arbeiter*innen in diesem Bereich wenig Bewusstsein für ihre Rechte hatten. Und dass die Bosse in der glücklichen Lage waren, das ausnützen und die hauptsächlich migrantischen Arbeiter*innen noch leichter ausbeuten zu können.
Die wiederkehrenden Themen sind dabei vor allem Bezahlung unter dem Mindestlohn, Lohndiebstahl, fehlende schriftliche Arbeitsverträge, Unsicherheiten wegen uneindeutiger Zeitvereinbarungen, kein Urlaubs- oder Krankengeld, Schikanen und Belästigung durch Vorgesetzte.
Brighton ist die beliebteste Urlaubsdestination im UK und das Gastgewerbe sein zweitgrößter Wirtschaftsbereich. Darüber hinaus sind viele Menschen aus London und anderen Orten hierher gezogen wegen dessen Ruf eines aufregenden sozialen Lebens – zumindest für jene die es sich leisten können, daran teilzunehmen.
Als wir die Brighton Hospitality Workers (BHW) formiert haben machten wir an Samstagen Infostände, wo wir über Arbeiter*innenrechte informiert haben oder besuchten Arbeitsorte von denen uns immer wieder einschlägige Berichte erreichten.
Auch haben uns Anfragen von spanischen Migrant*innen erreicht, die wegen ihrer ökonomischen Situation nach Brighton gekommen waren um im Niedriglohnsektor Arbeit zu finden. Sie haben eine Affinitätsgruppe gebildet und viele von ihnen hatten bereits Erfahrungen in Arbeitsplatzkämpfen, so waren auch Mitglieder der CNT-E (der spanischen anarchosyndikalistischen Gewerkschaft) darunter.

Wieviele Mitglieder habt ihr? Gibt es Mitglieder, die Euch unterstützen aber weniger aktiv involviert sind?

SolFed Brighton hat eine Mitgliederfluktuation bei etwa 20-25 Leuten. Nicht alle von ihnen sind notwendigerweise in der Hospitality-Kampagne involviert, auch wenn SolFed Brighton die Aktivitäten koordiniert und dabei auch Leute aus anderen Branchen…

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Gastgewerbe: Solfed Brigthon (UK) wieder erfolgreich

In Gastronomie, Solidarity on Mai 30, 2015 at 11:12 am

Die befreundete anarchosyndikalistische Gewerkschaft Solidarity Federation in Brighton (UK) war  wieder einmal erfolgreich.

Im Gastgewerbe in Brighton ist es üblich für die Bosse nicht einmal den Mindestlohn oder Feiertagszuschläge zu zahlen. Dieses Problem betrifft häufiger MigrantInnen, die sprachliche Probleme haben und die  Arbeitsgesetze nicht gut genug kennen.

Dies war bei einem Mitarbeiter eines Restaurant der Fall. Seine Situation am Arbeitsplatz wurde dadurch verkompliziert, dass der Rest des Küchenpersonals wie er Migranten waren, so die Kommunikation untereinader mitunter sehr schwierig war. Es wurde der Mindestlohn (6,5 Pfund/Stunde) bezahlt, Änderungen im Dienstplan wurden oft in letzter Minute bekanntgegeben, manchmal dauerte die Arbeitswoche bis zu 50 Stunden.

Unter Ausnutzung der Schwierigkeiten bei der Kommunikation und den Mängeln der Arbeitsgesetzgebung versuchte sein Chef, ihn zuerst davon zu überzeugen seinen Urlaub nicht zu nehmen. Auch verweigerte er ihm das Urlaubsgeld, weil er „keine Ansprauch darauf hat, wenn er im Urlaub nicht arbeitet“.

Nach zweieinhalb Monaten beschloss der Arbeiter den Job hinzuschmeissen. Nicht nur deshalb weil die Arbeitszeiten und Löhne so schlecht waren, sondern auch, weil es so schwierig war eine kollektive Antwort vom Küchenpersonal zu organisieren.

Er hat aber weiterhin auf die Zahlung des Geldes beharrt, dass ihm der Chef noch schuldete. Nachdem er mit Mitgliedern des SolFed Brighton – das bereits bekannt für seine erfolgreichen Aktionen ist – zu seinem Chef gegangen ist und mit einer Kampagne gegen Lohndiebstahl gedroht hat war dieser sofort zur Zahlung bereit.

Mehr (English)…

Ältere Beiträge zum Bereich Gastgewerbe…

Du arbeitest im Gastgewerbe?

In Gastronomie on März 3, 2015 at 3:28 pm

Bar, Café, Essenszusteller, Restaurant oder Hotel?

gastro
Arbeiten im Gastgewerbe heißt lange Tage, niedrige Löhne, prekären Bedingungen.

Andere Probleme die wir kennen sind:

– Bezahlung unter Kollektivvertrag
– keine korrekte Krankenkassameldung
– lang arbeiten ohne Pause
– unbezahlte Überstunden
– ungesetzliche Gehaltsabzüge
– nicht ausbezahlte Trinkgelder
– keine bezahlten Feiertage oder Urlaub
– zu wenig Lohn
– Mobbing und Diskriminierung …

Wir meinen, Arbeiterinnen und Arbeiter können auch ohne offizielle gewerkschaftliche Vertretung direkt handeln und ihre Rechte vom Management einfordern, wenn sie zusammen vorgehen.
Kämpfen wir gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen!

wien.syndikat(a)riseup.net
wiensyndikat.wordpress.com

gastro-pirate - Kopie

Beispielhaft: Die Brighton Hospitality Campaign (UK)

In Gastronomie, Solidarity on Dezember 28, 2014 at 8:40 pm

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Update 1.1.2015: Soeben kam die Meldung, dass Brigthon Solfed diesen Fall – wie auch einen anderen offenen – gewinnen konnte. Mehr…

Die Solfed Brighton setzt ihre Aktionen für eine frühere Angestellte der Cafe Bar Italia in Hove fort. Der Chef dieses Unternehmens schuldet Yolanda £1,264 an Urlaubsgeld und unbezahlten Stunden. Über mehrere Wochen hat die Solfed Brighton dem Boss klargemacht, dass ihre Pickets nicht enden werden solange dieser nicht einlenkt. Er möchte hingegen lieber, dass die Gewerkschaftsgruppe den Weg der Arbeitsgerichte geht anstatt die Öffentlichkeit zu informieren und sein Geschäft mit davor stattfindenden direkten Aktionen zu schädigen. Das erste Picket dauerte 2 Stunden, die PassantInnen waren sehr interessiert und die meisten potentiellen KundInnen vermieden das Geschäft zu betreten. Als der Boss die Polizei rief, stellte die nur fest, dass die Solfed nichts Illegales tut.

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Solidaritätsaufruf für Prager Restaurantarbeiterin

In Gastronomie, Solidarity on Oktober 23, 2014 at 9:06 pm

Das Mostecká solidární síť (MSS, Solidaritäts Netzwerk Most/CZ) ruft auf, Protestmails an das Management des Restaurant „Řízkárna“ in Prag zu senden. Der Chef des Restaurants verweigert Anna S. den Lohn auszubezahlen. mehr…

Mit dieser elektronischen Vorlage der slowakischen Priama Akcia kann in einfacher Weise ein vorgefertigtes Protestmail versendet werden. Der Text kann natürlich individuell geändert werden.

 

FAU – Arbeitskampf zeigt erste Erfolge

In Gastronomie, Solidarity on April 19, 2014 at 6:15 pm

Im durch die anarchosyndikalistische Schwesterorganisation FAU-IAA geförderten Arbeitskampf in einem Dresdner Lokal (wir haben berichtet) zeigt die Hartnäckigkeit der AktivistInnen erste Erfolge.

Vergangenen Dienstag, dem 8. März, trafen sich die drei gekündigten Gewerkschaftsaktivist_innen der BNG-FAU aus der Kneipe „Trotzdem“ mit der Arbeitgeberinnenseite zu einem Gütetermin im Arbeitsgericht. Bei dem Termin wurde sich unter anderem auf die Unwirksamkeit zweier Kündigungen und die Rücknahme aller Diebstahlsvorwürfe geeinigt. Weitere Verhandlungen stehen noch aus. Der Fall hatte vor Allem durch den 58-tägigen Streik der Belegschaft Aufsehen erregt.

Bei dem Gütetermin wurde ab 9 Uhr im Saal 3 des Arbeitgerichtes Hans-Oster-Straße 4 über die Wirksamkeit dreier Kündigungen verhandelt, die von der Betreiberin des „Trotzdem“ gegen die drei Gewerkschaftsmitglieder zum 28. Februar ausgesprochen worden waren. Am Ende einigten sich die Parteien auf einen Vergleich. In einem Fall wurde eine Kündigung zum 28. Februar anerkannt, unter der Bedingung jegliche Diebstahlsvorwürfe fallen zu lassen, die restlichen Lohn- und Urlaubsgelder nachzuzahlen und ein „wohlwollendes und berufsförderndes“ qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. In den beiden anderen Fällen einigten sich die Parteien, dass eine Kündigung erst zum 31. März wirksam wäre, da die zunächst zum 28. Februar ausgesprochenen
Kündigungen vom Gericht als unwirksam angesehen wurden. Auch hier werden alle Diebstahlsvorwürfe von Seiten der Chefin fallen gelassen. Löhne und Urlaubsforderungen, sowie gleichwertige Arbeitszeugnisse müssen in diesen Fällen noch erstritten werden. Bleibt die Chefin uneinsichtig, könnte es hier zu weiteren Klagen der Gewerkschaftsaktivist_innen kommen.

„Wir sind mit dem Ergebnis bis jetzt zufrieden. Wir konnten zwei der Kündigungen kippen und die Chefin musste ihre haltlosen Diebstahlsvorwürfe öffentlich zurückziehen. Damit ist auch viel über ihre Glaubwürdigkeit gesagt.“, äußerte sich Jeanette Schmidt von der Betriebsgruppe in einem Auswertungsgespräch. Nach Schätzungen der Gewerkschaft bewegen sich die Anwalts- und Verfahrenskosten für die Chefin schon jetzt im vierstelligen Bereich. Kosten, die durch Verhandlungsbereitschaft und Dialog hätten vermieden werden können.

„Es war richtig den Schritt des Arbeitskampfes zu gehen. Schon jetzt haben wir mit der BNG-FAU mehr erreicht, als wir alleine erreicht hätten. Außerdem konnten wir mit unserem Engagement uns und anderen beweisen, dass auch Minijobber_innen im Kleinbetrieb nicht wehrlos sind.“, so die Sprecherin der Betriebsgruppe.

(Aus: BNG-FAU)

FAU-Dresden: Kneipe „Trotzdem“ wird bestreikt

In Gastronomie, Solidarity on Februar 2, 2014 at 8:19 am

Die FAU-Dresden und die BNG-FAU (libertäre Gewerkschaft für Nahrung und Gastronomie in der FAU) führen seit Juli 2013 einen Arbeitskampf in einer „linken“ Szenekneipe. Mittlerweile wurde drei Kolleg*innen gekündigt, wo es um die Wiedereinstellung und einen Hauskollektivvertrags geht. Als Alternative zu solch einem Hauskollektivvertrag wurde der Inhaberin auch die kollektivierung des Betriebes angeboten. Weitere Infos auf dem Blog der Genoss*innen der BNG-FAU.