wiener arbeiter*innen syndikat

Archive for the ‘Diskussion’ Category

„Neue Arbeiter*innenbewegung“?

In Diskussion, WAS heißt... on September 5, 2015 at 7:51 pm

arbeiterinnenbewegung

Die Alte Arbeiter*innenbewegung – das ist die Sozialdemokratische Partei, aber auch die linken Sekten, die verzweifelt versuchen sich auf dem parlamentarischen Parkett zu etablieren, und die ÖGB-Gewerkschaften – hat all ihre Strahlekraft verloren. Das liegt aber weniger an den Personen, die diese Organisationen verkörpern und führen, sondern vielmehr an der verloren gegangenen Kraft soziale und politische Besserstellungen für die lohnabhängige und arbeitslose Bevölkerung zu erreichen. Aber ihre Kraft ist bereits derart geschwunden, dass sie nicht einmal den gesellschaftspolitischen Status Quo aufrechterhalten kann, sondern für Lohnabbau, Arbeitsplatzvernichtung und schrittweiser Demontage des Sozialstaates herhalten muss. Syriza in Griechenland ist ein dramatisches Beispiel, welches zeigt, wie auf der Ebene des Parlamentarismus, also der bürgerlichen Demokratie, gegen die konzentrierte Macht des Kapitals rein gar nichts mehr auszurichten ist.

Den Rest des Beitrags lesen »

Direkte Aktion – Zum Verständnis eines Konzeptes

In Allgemeines, Diskussion, WAS heißt... on August 13, 2015 at 10:19 am

direkte aktion

Hier ein Text, den wir schon in der Vergangenheit öfter herangezogen haben um zu erklären, was mit dem zentralen Begriff der Direkten Aktion im Anarchonsyndikalismus gemeint ist. Auch wenn er schon aus dem Jahr 2000 stammt (Anarcho-Syndicalist Review, 2000), und die erwähnten Ereignisse schon einige Zeit zurückliegen und die Schreibweise nicht immer gendergerecht ist, hat der Text von Harald Beyer-Arnesen nicht an Bedeutung eingebüßt. Der Autor beschäftigt sich dabei auch mit den ersten großen Demonstrationen rund um die Gipfeltreffen der Staatschefs der G7 bzw. G8 oder diversen EU-Gipfel. Spätestens seit dem Treffen der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahre 1999 in Seattle wird der Begriff der „direkten Aktion“ immer wieder im Zusammenhang mit gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt oder Protestformen, bei denen Gegenstände wie z.B. die Auslagenscheiben von McDonalds- Filialen beschädigt werden, gleichgesetzt. Diese Ereignisse standen für viele für den Beginn einer neuen „antikaptialistischen Bewegung“ die ohne eine ArbeiterInnenbewegung auszukommen schien – sich jedoch bald in „eventhopping“ und inszenierten Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht erschöpften, die Grundfesten des Kapitalismus aber kaum erschüttert haben. Auch die Berichterstattung zu den  „Facebook“-Revolutionen des arabischen Frühlings oder der Antiaustertätsbewegungen in Spanien und Griechenland der jüngeren Vergangenheit verstellen den Blick darauf, dass fernab der großen Demonstrationen auf symbolträchtigen Plätzen die viel direktere Aktion in den Nachbarschaften und Betrieben stattfand und stattfindet.
Also Zeit mit gewissen Missverständnissen aufzuräumen.

Die Direkte Aktion ist nicht mit schlauen Sprüchen und wissenschaftlichen Abhandlungen zu verwirklichen, aber es wird nicht schaden sich darüber auch mal ein paar Gedanken zu machen und sich Gedanken zu widmen, die sich andere dazu gemacht haben.

Den Rest des Beitrags lesen »

Anarchosyndikalismus im 21.Jahrhundert?

In Diskussion on November 11, 2014 at 3:33 pm

Strategy & Struggle: anarcho-syndicalism in the 21st century

Das Wiener ArbeiterInnen Syndikat versucht zu verhindern stehen zu bleiben, will alte Strategien überdenken, wo nötig anpassen oder verwerfen und neue Strategien und vor allem eine neue anarchosyndikalistische Praxis entwickeln. Da Österreich in Hinblick auf radikale Gewerkschaftsorganisierung und -tätigkeit weitgehend Ödland darstellt, selbst Menschen und Gruppierungen mit radikalen gesellschaftspolitischem Veränderungsanspruch mit Vehemenz in den sicheren Schoß von Staatlichkeit, Parteiwesen, Sozialpartnerschaft zurückzukehren neigen, hilft möglicherweise der Blick in andere Länder. Auch aus diesem Grund berichten wir regelmässig von anarchosyndikalistischen Aktivitäten befreundeter Gewerkschaften von anderswo.

weiterlesen…

Den Rest des Beitrags lesen »