Herrschaftsfreie Basisgewerkschaft – Freund*innen der IAA

Archive for the ‘Arbeitszeit’ Category

Ergebnis der SWÖ-KV-Verhandlungen am 19. Februar

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales on Februar 20, 2019 at 2:28 am

Das Wiener Arbeiter*innensyndikat präsentiert das Ergebnis der Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) am 19. Februar in Simmering. Nach einem Warnstreik wurde lange verhandelt und es ist 3,2% Lohnerhöhung und ein zusätzlicher Urlaubstag herausgekommen – bei den Forderungen von 6% Lohnerhöhung, 6. Urlaubswoche und einer generellen Den Rest des Beitrags lesen »

Werbeanzeigen

Warnstreiks und Kundgebung

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales, Solidarity on Februar 15, 2019 at 7:52 pm

Vom 12. bis 14 Februar kam es österreichweit zu zahlreichen Warnstreiks im Sozialbereich. Die Beteiligung in den Betrieben war weit höher als erwartet. Am Donnerstag gab es in Wien auch eine Streikversammlung von mehreren Belegschaften und eine Kundgebung der streikenden KollegInnen auf der inneren Mariahilferstraße. Rund 1500 Streikende beteiligten sind an dieser Kundgebung, das WAS unterstützte diesen Streik. Auch bei der kleineren Demonstration zurück ins Semper-Depot, wo die Streikversammlung stattfand, beteiligten sich einige GenossInnen des WAS, die entweder selber streikten oder um 14 Uhr gerade nicht lohnarbeiten mußten.

Den Rest des Beitrags lesen »

Einschüchterungsversuche vor Streik bei Jugend Am Werk

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales, Repression, Solidarity on Februar 14, 2019 at 11:08 am

Am Vortag des Warnstreiks kam es bei Jugend Am Werk in Wien – einem Betrieb mit weit über 1000 MitarbeiterInnen –  zu einem starken Einschüchterungsversuch durch die Geschäftsführung.


Nachtrag: Am 20. März hat der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung entschieden, daß allen teilnehmenden Mitarbeiter*innen alle vier Stunden rückvergütet werden.


Der JaW-Betriebsrat hat für heute zu einer Betriebsversammlung von 12 bis 15 Uhr aufgerufen und anschließend wird die Belegschaft eine Stunde warnstreiken. Gestern wurde von der Geschäftsführung ein E-Mail an die Belegschaft geschickt, das im Wesentlichen zwei Punkte zum Inhalt hat. Erstens wurde informiert, daß die Betriebsversammlung nicht bezahlt wird. Und zweitens tauchte im Zeiterfassungssystem ein neuer Punkt namens „Arbeitskampf“ auf und alle DienstnehmerInnen wurden angewiesen während der Betriebsversammlung und während dem Warnstreik sich als „Arbeitskampf“ einzubuchen.

Als Gewerkschaft bewerten wir diese Angriffe der Geschäftsleitung eindeutig als massiven Einschüchterungsversuch der ArbeitnehmerInnen!

Der erste Punkt ist eigentlich recht lächerlich. Da bei JaW seit jeher die Betriebsversammlungen währen der Arbeitszeit stattgefunden haben und auch immer bezahlt wurden, handelt es sich dabei um eine sogenannte „Betriebsübung“ oder „betriebliche Übung“. Das ist jener Zustand der umgangssprachlich als „Gewohnheitsrecht“ betitelt wird. Die ArbeitnehmerInnen müssen darauf vertrauen können, daß die betriebliche Praxis auch weiterhin gilt. Die jahrzehntelange Praxis ist somit Vertragsinhalt, auch wenn sie bei JaW nicht explizit in einer Betriebsvereinbarung geregelt ist. Immer schon die Zeit der Den Rest des Beitrags lesen »

Zur Situation in Ungarn – Eine anarchosyndikalistische Analyse

In Allgemeines, Arbeitszeit, International on Januar 31, 2019 at 4:19 pm

Seit Mitte Dezember kommt es in der ungarischen Hauptstadt Budapest zu Demonstrationen gegen die Regierung von Ministerpräsident Orban, der mit seiner Fidesz-Partei eine Koalition mit der kleinen KDNP (Christlich-Demokratische Volkspartei) bildet. Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, waren die neuen Gesetze zu Arbeitszeit, Überstunden und Bezahlung, welche massive Verschlechterungen für die Arbeiter*innen in Ungarn bringen. Wir als Wiener Arbeiter*innen Syndikat sehen diese Gesetze und die komplette unmenschliche Entwicklung in Ungarn als einen objektiv logischen Prozess im Kapitalismus.

Obwohl Proteste gegen die Herrschenden generell unterstützenswert sind und aus der derzeitigen Situation durchaus eine revolutionäre Basis entstehen könnte, muß man genau betrachten, wer aus welchen Gründen auf die Straße geht. Unsere ungarischen WAS-Mitglieder haben die Situation analysiert und dieser Text ist im Zuge eines Vortrags Anfang 2019 entstanden.

Wie auch heute in Österreich, wird die Kritik –in Zeiten des Populismus –viel zu stark personalisiert und auf Führungspersönlichkeiten reduziert, wobei der Überblick für das komplette System oft aus den Augen verloren wird. Oft heißt es einfach nur; „Orban muß weg“. Wir halten es eher mit unseren anarcho-kommunistischen Freund*innen aus Ungarn, die meinen: Den Rest des Beitrags lesen »

Den Blick a bissl grad‘rücken!

In Allgemeines, Arbeitszeit on November 5, 2018 at 9:24 pm

oder
Wie sind die im ÖGB eigentlich beieinand?

Dieser Kommentar zu den gerade laufenden Kollektivvertragsverhandlungen und den angekündigten Kampfmaßnahmen der MetallerInnen soll beleuchten, wie bizarr das Spiel und die Scheindebatte um die jährlichen Lohnrunden mittlerweile eigentlich ist. Der ÖGB scheint jeglichen Realitätssinn für die HacklerInnen verloren zu haben. Großmundig wurde angekündigt, daß die neue 60-Stunden-Woche und der 12-Stunden-Tag, die seit September 2018 gesetzlich erlaubt sind, in den neuen KV-Verhandlungen abgegolten wird und sehr gute Abschlüsse erkämpft werden.

Metallerin - noch am hackeln... Bildlizenz: CCO

Metallerin – noch am hackeln … Bildlizenz: CCO

Ist das Ansinnen an sich eigentlich Den Rest des Beitrags lesen »

Erste Drecksbude verordnet flächendeckend 12-Stunden-Tage

In Arbeitsrecht, Arbeitszeit on September 25, 2018 at 1:18 am

Aus dem Umfeld des WAS ist uns ein erster Fall von großangelegten 12-Stunden-Tagen zu Ohren gekommen. Ein Wiener Unternehmen aus dem Großcatering-Bereich (Name ist dem WAS bekannt) verordnet nun generell 12-Stunden-Schichten. Dabei wurden sogar nocheinmal die neuen Gesetze zum 12-Stunden-Tag überschießend ignoriert. Es werden nämlich keine Überstunden angeordnet, sondern in den neuen Dienstplänen finden sich leise, still und heimlich einfach zwölf Stunden eingetragen. Noch perfider ist, daß das Unternehmen dabei auf den Trick zurückgreift, einfach zwei 6-Stunden-Schichten oder alternativ eine 8- plus eine 4-Stunden-Schicht hintereinander „anzubieten“, sprich einzutragen, statt einer 12-Stunden-Schicht, um die es sich ja handelt. Eine Möglichkeit zum „Einspruch“ oder Freiwilligkeit bezüglich der Tagesarbeitszeit gibt es natürlich nicht. Grundsätzlich zwölf Stunden pro Tag arbeiten oder gar nicht ist die Devise! Eine Mitsprache bei den Dienstplänen ist in dieser Firma nicht vorgesehen. Die Propaganda der Regierung, daß eh alles freiwillig sei, ist damit Lügen gestraft! Was gemacht werden darf, wird auch gemacht! Und oft, wie in diesem Fall, sogar gesetzeswidrig noch mehr.

Die spezielle Firma ist schon früher öfter mit halb-legalem Vorgehen aufgefallen. Als aktuelles Beispiel: Sie zwingt ihre MitarbeiterInnen, die generell nur 20-Stunden-Dienstverhältnisse haben, dazu, Überstunden geblockt abzubauen. Hat wer 40 Stunden angesammelt, so gibt es im folgenden Monat keine Arbeit, da ja die 40 Stunden abgebaut Den Rest des Beitrags lesen »

Arbeitszeitverkürzung statt 12-Stunden-Tag

In Arbeitsrecht, Arbeitszeit on September 8, 2018 at 10:26 pm

Die rechte Regierung bläst zum Angriff auf Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung und legt damit offen, daß Arbeiter*innen für sie in erster Linie blödes Stimmvieh sind, das jeder Zeit für Macht- und Profitinteressen geopfert werden kann.

Mit dem neuen Gesetz, das noch knapp vor der Sommerpause – ohne Begutachtung durch die „Sozialpartner“ – durchs Parlament gedrückt wurde, ist es den Chefitäten ab dem 1. 9. 2018 erlaubt, 12-Stunden-Tage zu verordnen. Noch schlimmer ist aber, daß diese Überstunden nicht nur vereinzelt möglich sein sollen, sondern mehrere Wochen (bis zu 17 mal) hintereinander eine 60-Stunden-Woche angeschafft werden kann. Was gesetzlich möglich ist, werden Chef*innen, wenn sie´s brauchen, auch verlangen. Und sie werden oft genug auch darüber hinaus gehen.

Das alles legalisiert einerseits bis jetzt illegale Zustände am Bau, im Einzelhandel, in der Gastronomie oder in der Erntearbeit, andererseits wird es bei Industriebetrieben Umstrukturierungen in den Schichten geben, damit „Auftragsspitzen“ bequemer mit einer kleineren Stammbelegschaft abgefangen werden können. Die Rekordarbeitslosigkeit wird weiter steigen und Arbeitslose bald jeden Job annehmen müssen. Und so unfreiwillig Druck auf jene ausüben, die sich krummhackeln und nunmehr einen 60-Stunden-Job haben. Die/ der Arbeiter*in soll denken, jederzeit ersetzbar und einsparbar zu sein – durch Arbeitslose oder eine Maschine Den Rest des Beitrags lesen »

Aufruf zur Demonstration „Nein zum 12-Stunden-Tag“

In Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Termine (vergangene) on Juni 27, 2018 at 10:59 am

Samstag, 30. Juni, 14.00 Uhr Westbahnhof

Das Wiener Arbeiter*innen Syndikat schließt sich der ÖGB-Demonstration gegen den 12-Stunden-Tag an. Wir rufen alle herrschaftsfreien SozialistInnen auf, mit uns auf die Demonstration zu kommen.

Die rechts-rechtsextreme Regierung bläst zum Generalangriff gegen Erungenschaften der ArbeiterInnenbewegung. Mit dem neuesten Gesetzesvorschlag, der noch knapp vor der Sommerpause im Eiltempo – ohne Begutachtung – durchs Parlament gedrückt werden soll, soll es den Chefitäten erlaubt sein ab 1.1.2019 12-Stunden-Tage zu verordnen. Viel schlimmer ist aber noch, daß diese Überstunden nicht nur vereinzelt möglich sein sollen, sondern generell (mehrere Wochen durchgehend hintereinander) eine 60-Stunden-Woche angeschafft werden kann. Dabei wird es kein Mitspracherecht der HacklerInnen mehr geben. Die Chefitäten können 60-Stunden-Wochen einfach befehlen. Wenn ArbeitnehmerInnen wöchentliche Überstunden zwischen 50 und 60 „aus überwiegend persönlichem Interesse“ ablehnen, wird dies in Zukunft auch vermehrt zu fristlosen Entlassungen – wegen „Arbeitsverweigerung“ – führen. Denn abgeschafft werden soll auch die Überprüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit durch das Arbeitsinspektorat sowie die Mitsprache der Belegschaft bei mehr als 50 Stunden pro Woche.

Das alles wird einerseits derzeit illegale Zustände wie am Bau, in der Gastronomie oder in der Erntearbeit legalisieren, andererseits jedoch auch bei Den Rest des Beitrags lesen »

Streik beim Samariterbund Wien

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales on Februar 16, 2018 at 3:02 pm

Im Rahmen der Warnstreiks im Sozialbereich haben auch die Kolleg*innen beim Samariterbund (ASB) gestreikt. Ein Genosse von uns, der beim ASB hackelt, hat einen kurzen Bericht zu ihrem gestrigen Streik geschrieben, welcher  von 12:00 bis 15:00 Uhr stattgefunden hat. Erwähnenswert sei dabei, dass die Kolleg*innen vom Max-Winter-Haus, welches gleich neben der ASB-Zentrale ist, ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben und ein Bezug zu Max Winter hergestellt wurde, der ja seinerzeit schon für eine Arbeitszeitverkürzung war (klar, Sozi, aber es macht manchmal Sinn, die Großkopferten an ihre eigenen ‚Werte‘ zu erinnern …).

An der heutigen Kundgebung vor der Zentrale des ASB Wien im Rahmen des Warnstreiks (Wohnen und soziale Dienstleistungen) nahmen etwa 50 bis 60 Kolleg*innen aus allen(!) Häusern der Wohnungslosenhilfe und Flüchtlingshilfe aktiv teil. Die Stimmung war hervorragend. Positiv hervorzuheben ist, dass die Den Rest des Beitrags lesen »

Selbstorganisierung bei Jugend am Werk

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales, Solidarity on Juli 19, 2017 at 4:49 pm

Betriebsinfoblatt erschienen

Bei Jugend am Werk (JaW), einer der größten Einrichtungen in Österreich
zur Betreuung von Menschen mit Lernschwierigkeiten, haben Kolleg*innen
begonnen sich selbstzuorganisieren. Sie haben im Mai, anläßlich von
Teilbetriebsversammlungen, ein erstes Betriebsinfoblatt herausgebracht.
Ausgangpunkt war die schlechte Informationspolitik von der Leitung und dem
Betriebsrat – und gleichzeitig sich fortsetzende Verschlechterungen für
die Belegschaft und die Klient*innen durch Einsparungsmaßnahmen. Um im
Betrieb eine Diskussion dazu und Selbstorganisierungsprozesse anzuregen,
haben die Kolleg*innen das Infoblatt geschrieben, welches Ihr hier
runterladen könnt.

Da die Kolleg*innen teilweise auch im WAS organisiert sind, werden sie von
uns unterstützt. Beispielsweise haben wir das Flugblatt an über 70
Standorten in Wien verteilt, und mitgeholfen alle rund 1700 Beschäftigten
zu erreichen. Die Kolleg*innen sind über folgende Emailadresse direkt
erreichbar: bg-jaw at riseup.net („at“ durch“@“ ersetzten).

JaW_BetriebsinfoblattNr1