wiener arbeiter*innen syndikat

Archive for the ‘Arbeitszeit’ Category

Den Blick a bissl grad‘rücken!

In Allgemeines, Arbeitszeit on November 5, 2018 at 9:24 pm

oder
Wie sind die im ÖGB eigentlich beieinand?

Dieser Kommentar zu den gerade laufenden Kollektivvertragsverhandlungen und den angekündigten Kampfmaßnahmen der MetallerInnen soll beleuchten, wie bizarr das Spiel und die Scheindebatte um die jährlichen Lohnrunden mittlerweile eigentlich ist. Der ÖGB scheint jeglichen Realitätssinn für die HacklerInnen verloren zu haben. Großmundig wurde angekündigt, daß die neue 60-Stunden-Woche und der 12-Stunden-Tag, die seit September 2018 gesetzlich erlaubt sind, in den neuen KV-Verhandlungen abgegolten wird und sehr gute Abschlüsse erkämpft werden.

Metallerin - noch am hackeln... Bildlizenz: CCO

Metallerin – noch am hackeln … Bildlizenz: CCO

Ist das Ansinnen an sich eigentlich Den Rest des Beitrags lesen »

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Erste Drecksbude verordnet flächendeckend 12-Stunden-Tage

In Arbeitsrecht, Arbeitszeit on September 25, 2018 at 1:18 am

Aus dem Umfeld des WAS ist uns ein erster Fall von großangelegten 12-Stunden-Tagen zu Ohren gekommen. Ein Wiener Unternehmen aus dem Großcatering-Bereich (Name ist dem WAS bekannt) verordnet nun generell 12-Stunden-Schichten. Dabei wurden sogar nocheinmal die neuen Gesetze zum 12-Stunden-Tag überschießend ignoriert. Es werden nämlich keine Überstunden angeordnet, sondern in den neuen Dienstplänen finden sich leise, still und heimlich einfach zwölf Stunden eingetragen. Noch perfider ist, daß das Unternehmen dabei auf den Trick zurückgreift, einfach zwei 6-Stunden-Schichten oder alternativ eine 8- plus eine 4-Stunden-Schicht hintereinander „anzubieten“, sprich einzutragen, statt einer 12-Stunden-Schicht, um die es sich ja handelt. Eine Möglichkeit zum „Einspruch“ oder Freiwilligkeit bezüglich der Tagesarbeitszeit gibt es natürlich nicht. Grundsätzlich zwölf Stunden pro Tag arbeiten oder gar nicht ist die Devise! Eine Mitsprache bei den Dienstplänen ist in dieser Firma nicht vorgesehen. Die Propaganda der Regierung, daß eh alles freiwillig sei, ist damit Lügen gestraft! Was gemacht werden darf, wird auch gemacht! Und oft, wie in diesem Fall, sogar gesetzeswidrig noch mehr.

Die spezielle Firma ist schon früher öfter mit halb-legalem Vorgehen aufgefallen. Als aktuelles Beispiel: Sie zwingt ihre MitarbeiterInnen, die generell nur 20-Stunden-Dienstverhältnisse haben, dazu, Überstunden geblockt abzubauen. Hat wer 40 Stunden angesammelt, so gibt es im folgenden Monat keine Arbeit, da ja die 40 Stunden abgebaut Den Rest des Beitrags lesen »

Arbeitszeitverkürzung statt 12-Stunden-Tag

In Arbeitsrecht, Arbeitszeit on September 8, 2018 at 10:26 pm

Die rechte Regierung bläst zum Angriff auf Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung und legt damit offen, daß Arbeiter*innen für sie in erster Linie blödes Stimmvieh sind, das jeder Zeit für Macht- und Profitinteressen geopfert werden kann.

Mit dem neuen Gesetz, das noch knapp vor der Sommerpause – ohne Begutachtung durch die „Sozialpartner“ – durchs Parlament gedrückt wurde, ist es den Chefitäten ab dem 1. 9. 2018 erlaubt, 12-Stunden-Tage zu verordnen. Noch schlimmer ist aber, daß diese Überstunden nicht nur vereinzelt möglich sein sollen, sondern mehrere Wochen (bis zu 17 mal) hintereinander eine 60-Stunden-Woche angeschafft werden kann. Was gesetzlich möglich ist, werden Chef*innen, wenn sie´s brauchen, auch verlangen. Und sie werden oft genug auch darüber hinaus gehen.

Das alles legalisiert einerseits bis jetzt illegale Zustände am Bau, im Einzelhandel, in der Gastronomie oder in der Erntearbeit, andererseits wird es bei Industriebetrieben Umstrukturierungen in den Schichten geben, damit „Auftragsspitzen“ bequemer mit einer kleineren Stammbelegschaft abgefangen werden können. Die Rekordarbeitslosigkeit wird weiter steigen und Arbeitslose bald jeden Job annehmen müssen. Und so unfreiwillig Druck auf jene ausüben, die sich krummhackeln und nunmehr einen 60-Stunden-Job haben. Die/ der Arbeiter*in soll denken, jederzeit ersetzbar und einsparbar zu sein – durch Arbeitslose oder eine Maschine Den Rest des Beitrags lesen »

Aufruf zur Demonstration „Nein zum 12-Stunden-Tag“

In Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Termine (vergangene) on Juni 27, 2018 at 10:59 am

Samstag, 30. Juni, 14.00 Uhr Westbahnhof

Das Wiener Arbeiter*innen Syndikat schließt sich der ÖGB-Demonstration gegen den 12-Stunden-Tag an. Wir rufen alle herrschaftsfreien SozialistInnen auf, mit uns auf die Demonstration zu kommen.

Die rechts-rechtsextreme Regierung bläst zum Generalangriff gegen Erungenschaften der ArbeiterInnenbewegung. Mit dem neuesten Gesetzesvorschlag, der noch knapp vor der Sommerpause im Eiltempo – ohne Begutachtung – durchs Parlament gedrückt werden soll, soll es den Chefitäten erlaubt sein ab 1.1.2019 12-Stunden-Tage zu verordnen. Viel schlimmer ist aber noch, daß diese Überstunden nicht nur vereinzelt möglich sein sollen, sondern generell (mehrere Wochen durchgehend hintereinander) eine 60-Stunden-Woche angeschafft werden kann. Dabei wird es kein Mitspracherecht der HacklerInnen mehr geben. Die Chefitäten können 60-Stunden-Wochen einfach befehlen. Wenn ArbeitnehmerInnen wöchentliche Überstunden zwischen 50 und 60 „aus überwiegend persönlichem Interesse“ ablehnen, wird dies in Zukunft auch vermehrt zu fristlosen Entlassungen – wegen „Arbeitsverweigerung“ – führen. Denn abgeschafft werden soll auch die Überprüfung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit durch das Arbeitsinspektorat sowie die Mitsprache der Belegschaft bei mehr als 50 Stunden pro Woche.

Das alles wird einerseits derzeit illegale Zustände wie am Bau, in der Gastronomie oder in der Erntearbeit legalisieren, andererseits jedoch auch bei Den Rest des Beitrags lesen »

Streik beim Samariterbund Wien

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales on Februar 16, 2018 at 3:02 pm

Im Rahmen der Warnstreiks im Sozialbereich haben auch die Kolleg*innen beim Samariterbund (ASB) gestreikt. Ein Genosse von uns, der beim ASB hackelt, hat einen kurzen Bericht zu ihrem gestrigen Streik geschrieben, welcher  von 12:00 bis 15:00 Uhr stattgefunden hat. Erwähnenswert sei dabei, dass die Kolleg*innen vom Max-Winter-Haus, welches gleich neben der ASB-Zentrale ist, ihre Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt haben und ein Bezug zu Max Winter hergestellt wurde, der ja seinerzeit schon für eine Arbeitszeitverkürzung war (klar, Sozi, aber es macht manchmal Sinn, die Großkopferten an ihre eigenen ‚Werte‘ zu erinnern …).

An der heutigen Kundgebung vor der Zentrale des ASB Wien im Rahmen des Warnstreiks (Wohnen und soziale Dienstleistungen) nahmen etwa 50 bis 60 Kolleg*innen aus allen(!) Häusern der Wohnungslosenhilfe und Flüchtlingshilfe aktiv teil. Die Stimmung war hervorragend. Positiv hervorzuheben ist, dass die Den Rest des Beitrags lesen »

Selbstorganisierung bei Jugend am Werk

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitsrecht, Arbeitszeit, Gesundheit und Soziales, Solidarity on Juli 19, 2017 at 4:49 pm

Betriebsinfoblatt erschienen

Bei Jugend am Werk (JaW), einer der größten Einrichtungen in Österreich
zur Betreuung von Menschen mit Lernschwierigkeiten, haben Kolleg*innen
begonnen sich selbstzuorganisieren. Sie haben im Mai, anläßlich von
Teilbetriebsversammlungen, ein erstes Betriebsinfoblatt herausgebracht.
Ausgangpunkt war die schlechte Informationspolitik von der Leitung und dem
Betriebsrat – und gleichzeitig sich fortsetzende Verschlechterungen für
die Belegschaft und die Klient*innen durch Einsparungsmaßnahmen. Um im
Betrieb eine Diskussion dazu und Selbstorganisierungsprozesse anzuregen,
haben die Kolleg*innen das Infoblatt geschrieben, welches Ihr hier
runterladen könnt.

Da die Kolleg*innen teilweise auch im WAS organisiert sind, werden sie von
uns unterstützt. Beispielsweise haben wir das Flugblatt an über 70
Standorten in Wien verteilt, und mitgeholfen alle rund 1700 Beschäftigten
zu erreichen. Die Kolleg*innen sind über folgende Emailadresse direkt
erreichbar: bg-jaw at riseup.net („at“ durch“@“ ersetzten).

JaW_BetriebsinfoblattNr1

 

 

Arbeitszeitreduktion – aber wie? Und vor allem: durch wen?

In Arbeitszeit, WAS heißt... on Oktober 4, 2014 at 12:12 pm

 arbeitszeitverkürzung

Mittlerweile dringt eine zugegebenermaßen von Linken und GewerkschaftsaktivistInnen (noch?) nicht gerade massiv geführte Diskussion um eine allgemeine Reduktion der Arbeitszeit an die Oberfläche massenmedialer Wahrnehmung. Vielleicht ist diese Formulierung nicht ganz richtig: Die Frage nach einer Herabsetzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich drängt sich nach den vielen Jahren der einseitigen Flexibilisierung, Rationalisierung, Prekarisierung, Reallohnkürzung und Verdichtung der Arbeitsprozesse auf der einen und Massenarbeitslosigkeit auf der anderen Seite derart logisch auf, dass es selbst mehr oder minder liberale Zeitungen wie die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ oder der österreichische „Kurier“ (27.9.2014, „Karriere“ S. 2-3) zum Thema machen. Vielleicht sind Burn-Out, zerbrechende Familien wegen ausufernder Arbeitszeiten und Zukunftsängste um den eigenen Nachwuchs ein auch in Zeitungsredaktionen bekanntes Phänomen.

Nach Jahren der steten Mehrbelastung und der Profitmaximierung auf Kosten der ArbeiterInnen und zuletzt auf Kosten ihrer Arbeitsplätze ist es keine radikal-gewerkschaftliche Forderung mehr, sondern eine Frage des durchschnittlich „gesunden“ Menschenverstandes, dass es auch wieder zu Entlastung der ArbeiterInnen durch Verteilung der Arbeitszeit und durch Erhöhung des durchschnittlichen Stundenlohns kommen muss. Irgendwann nützt auch nicht mehr die effektivste Werbemaschinerie zur Erzeugung künstlicher Bedürfnisse oder eingebaute Verschleißteile in Smartphones und digitalen Wegwerf-Autos was, um den Konsummarkt aufrechtzuerhalten, wenn sich das die Leute dank Arbeitslosigkeit einfach immer seltener leisten können, und noch dazu die Banken finanzkrisenbedingt immer seltener bzw. teurer Konsumkredite vergeben.

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ÖGB und SPÖ verliefen sich im Wald (wieder mal)

Der Österreichische Gewerkschaftsbund hat sich indes darauf versteift an einer anderen Front zu kämpfen. Der „politischen“. Da werden mit dem Koalitionspartner ÖVP lieber Spiegelfechtereien über etwaige Steuersenkungen ausgefochten. Dass diese deshalb auch so zahnlos und unrealistisch sind, dürfte den Spitzenfunktionären in ÖGB und SPÖ bewusst sein. Vielleicht hält es aber ein paar WählerInnen bei der Stange. Mit der Rettung der heimischen Banken (nicht nur der Pleite-Hypo!) haben sich die SP-Spitzen ohnedies jeglichen finanziellen Handlungsspielraum genommen. Und einmal mehr klargemacht: Die möglichst störungsfreie Aufrechterhaltung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist unser oberstes und leider auch einziges Ziel.

Faymann hat durchaus glaubhaft in einem ORF-Interview gemeint, dass ihm die jüngste 8%-Schlappe der vorarlberger Landespartei weit weniger schlaflose Nächte bereitet, als die Maßnahmen die er zur Rettung der Banken zu setzen hatte (wiewohl das eine auch mit dem anderen zusammenhängen dürfte). Es ging ja schließlich darum eine Krise wie die der 1930er-Jahre zu vermeiden, wo der Totalzusammenbruch großer Banken die Massenarbeitslosigkeit erst recht vorantrieb.

Aus der Geschichte lernen ist ja mal kein schlechter Ansatz. Ist aber Bankenretten alles was die SPÖ aus der Geschichte gelernt hat? Selbst wenn wir wollten, können wir der Sozialdemokratie nicht bei ihrer Selbstabschaffung im Wege stehen… Was hält der ÖGB dagegen? Wie ein trotziges Kind will er dem lieben Staat nun weniger vom Lohn abgeben, weil der ja so schlecht damit gewirtschaftet hat. So als ob man/frau ihn so rückwirkend davor abhalten könnte das Geld in schwarze Löcher, oder genauer: auf die Konten von Spekulations-Investoren, geleert zu haben. Weil der Staat, wie Faymann sagt, folgerichtig alles Notwendige getan hat um ein in Implosion begriffenes Wirtschaftssystem vorm selbstverschuldeten Untergang zu retten. Von den Spätfolgen dieser Krise, wie etwa der Frage wie die Altersvorsorge (private oder staatliche) in gar nicht so unabsehbarer Zeit aufrechterhalten werden soll, wenn die Jungen heute nur mehr Scheißjobs oder gar keine bekommen und natürlich auch wenig bis nichts in die Kassen einzahlen mal ganz zu schweigen. Ja, da steckt ein toter Hund drinnen, der so sehr er auch zu stinken beginnt, nicht rauszukriegen ist.

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Zeit für Forderungen?

Der Eindruck, dass es darum gehen müsse den Unternehmern die Sache möglichst schönzureden wird aber auch manches Mal in der Diskussion um die Verkürzung der Wochenarbeitszeit geweckt. Auch hier werden immer wieder die vermeintlichen oder tatsächlichen Vorteile für die Unternehmer und den Konsummarkt ins Treffen geführt, die sich daraus ergeben würden, dass die Arbeitslosigkeit effektiver bekämpft, damit die öffentlichen Kassen entlastet und der Massenkonsum wieder angekurbelt und die ArbeiterInnen wieder motivierter an die Arbeit gehen würden.
Ja, das würde sich auch mancher Unternehmer wünschen – nur naturgemäß nicht auf Kosten seines eigenen Profits.
Die Frage, die sich daher alle VorkämpferInnen einer Arbeitszeitverkürzung stellen müssen: Wer sind unser wirklichen Verbündeten im Kampf um dieses legitime und sinnvolle Anliegen? Und wollen wir damit das gegenwärtige System aufrechterhalten, umgestalten oder überwinden?

UnternehmerInnen, die Jahre hindurch von der Verschärfung der Arbeitsbedingungen gelebt haben und nun krisenbedingt erkennen müssen, dass die Profitmaximierung nicht mehr so funktioniert wie noch vor ein paar Jahren? PolitikerInnen, denen die Erhaltung staatlicher Macht (weil Garant ihrer eigenen Macht) einzig wahre Religion ist, so sie nicht ohnedies ausschließlich im Interesse ihrer zukünftigen Arbeitgeber in der Privatwirtschaft agieren?

Die Wahrheit, dass die Interessen der ArbeiterInnen nicht die selben, ja meist auch nicht kompatibel mit den Interessen der Unternehmer und des Staates sind, diese Wahrheit ist den ArbeiterInnen zumutbar!

In das Vakuum, dass die Selbstaufgabe einer auf Sozialpartnerschaft ausgerichteten Zentralgewerkschaftsbewegung und Sozialdemokratie hinterlässt, können natürlich auch alternativgewerkschaftliche Strömungen stoßen, wie jene, die die 30 Stunden-Woche fordert. Sie darf aber nicht den Fehler machen, den etwa die Bewegung für die Forderung des „Bedingungslosen Grundeinkommen“ gemacht hat. Diese hatte ja nicht nur eine zusätzliche Vernebelungswirkung auf eine Linke, die sich faktisch völlig aus dem Kampffeld der Lohnarbeit zurückgezogen hatte. Es war eben auch bloß eine Forderung. An den Staat. An Parteien. An die „Sozialpartnerschaft“. Und wenn die dann einfach „nein“ sagen? Oder die Forderung so verwursten, dass daraus einfach ein „effizienteres“ Sozialhilfesystem wird?

Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Co. haben ohnedies schon mehrmals und mehr als deutlich gemacht, dass die „Wünsch-Dir-Was“-Zeit vorbei ist, so es sie jemals gegeben hat – und ÖGB und SPÖ haben das weitgehend vorbehaltlos akzeptiert. Also: realistisch werden!

5473162_BLD_OnlineEin bekanntes Beispiel aus Griechenland: Nach der Schließung eines staatlichen TV-Senders wurde dieser von der Belegschaft besetzt und weitergeführt

…oder für Kämpfe?

Es gibt nur einen Weg, damit die möglicherweise im Entstehen begriffene Bewegung für eine Arbeitszeitsenkung mit vollem Lohnausgleich substantieller sein kann als etwa jene für das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Sie darf kein Appell an die Vernunft oder den good-will der Politiker und Wirtschaftsbosse sein, sondern sie muss da stattfinden, wo die Ausbeutung stattfindet. Die wenigen erfolgreichen Arbeitskämpfe in Europa der letzten Jahre waren vor allem solche Streiks und Betriebsbesetzungen bei denen die lokale Bevölkerung (unter ihnen natürlich auch Erwerbslose) aktiv miteingebunden wurden. Auch die vielen selbstorganisierten Kämpfe in den „Krisenländern“ wie Griechenland zeigen das Potential, dass selbst in unserer kaufgeilen, medial abgestumpften, verantwortungsdelegierenden und elektronisch überwacht und gelenkten Gesellschaft angesichts von Demoralisierung, Massenarbeitslosigkeit und Sozialkürzungen existiert. Die sukzessive Verelendung führt leider nicht automatisch zu Aufbegehren, aber es gelingt durch sie offenbar auch nicht den Willen der Menschen zur Selbstbestimmung tot zu kriegen.

DSC00489In der spanischen CNT-IAA gibt es schon länger die Kampagne für eine 30 Stunden Woche.

Direkte Aktion, und die propagieren wir AnarchosyndikalistInnen so unermüdlich, bedeutet, dass das Ziel so weit als gerade möglich auch in den Mitteln enthalten sein soll. Im konkreten Fall heißt das Ziel Arbeitszeitreduktion. Die Mittel beginnen bei der (kollektiven) Verweigerung von Überstunden. Führen über Teilstreiks, etwa bei ungeliebten Diensten (Tagesrandzeiten, Teildiensten, Wochenenden, Feiertagen…) zu wirklich unbefristeten Streiks. Bis hin zu Betriebsbesetzung und Kollektivierung der Produktion in die dann auch bislang Erwerbslose eingebunden werden. In solchen Kämpfen, und wahrscheinlich nie ohne sie, entwickeln sich reale Perspektiven heraus aus dem Schlemassel Namens Kapitalismus.

Der Kampf um Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung muss also v.a. in den Betrieb getragen werden, in die regulären, prekären, scheinselbstständigen Lohnabhängigkeitsverhältnisse. Es ist ein basisgewerkschaftlicher, kein sozialpartnerschaftlicher Kampf, der Erfolge bringen kann. Im Einzelfall genauso wie in der Gesamtheit der ArbeiterInnenschaft.

Wenn im Zuge dieses Kampfes Widersprüche mit dem herrschenden Wirtschaftssystem entstehen, dann kann auch die Einsicht entstehen, dass das Arbeiten zum Zweck der Profitmaximierung, ob 30, 42 oder 5 Stunden, an sich kein wünschenswerter Zustand ist. Die Einsicht, dass wir Bosse und Politiker, Staat und Kapital eigentlich nicht brauchen um zu leben.
Das wird nicht von alleine passieren und nicht von heute auf morgen, aber es ist realistischer als anzunehmen Politik und Kapital würden sich auf unser Flehen hin unser d´erbarmen. Und: Die Angst wir könnten irgendwann auf sie verzichten wollen, war bislang die einzige wirkliche Triebfeder für Sozialreformen „von Oben“.
Ob es uns gefällt, erfolgversprechend und mühsam erscheint oder nicht: wir, die ArbeiterInnen selbst müssen den Kampf um menschlichere Arbeitszeiten, -bedingungen und Bezahlung kämpfen.

Es rettet uns kein höh´res Wesen.

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12 Stunden arbeiten? In der Woche!

In Arbeitszeit on April 7, 2014 at 8:38 am

25h-clockEs ist nicht einmal ein Jahr her, dass der Sozialminister erklärte, es müsse darum gehen „Überstunden abzubauen und nicht durch 12-stündige Arbeitstage noch zu erhöhen.“  Mittlerweile darf es niemanden überraschen, dass die SPÖ wieder kurz davorsteht vor dem Koalitionspartner einzuknicken. Mit ein paar Spiegelfechtereien wird zwar noch um „Gegenleistungen“ gefeilscht, die aber weniger Nutzen für die Allgemeinheit der Werktätigen bringen würden, als vielmehr verdeutlichen wie weit der Wahnsinn der Arbeitskraftausbeutung schon längst fortgeschritten ist.

„Einem generellen 12 Stunden Arbeitstag, erteilt der Vorstand der Bundesarbeitskammer eine klare Absage“, (arbeiterkammer.at) tönt es aus der AK kämpferisch. Ein semantisches Kunststück. Der Satz könnte ja auch lauten: „Einem 12 Stunden Arbeitstag erteilt der Vorstand der Bundesarbeitskammer eine generelle Absage.“ Den Rest des Beitrags lesen »

AMS: Sinnlose Kurse? Die Sinnentleertheit ist ja ihr Sinn!

In Arbeitslosigkeit, Arbeitszeit on März 13, 2014 at 6:23 pm

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Mit der massiven Zunahme der Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren können es immer weniger Betroffene einfach hinnehmen, wenn am Arbeitsamt, das eigentlich irgendwann mal dazu da gewesen sein soll Stellenangebote zu unterbreiten, so getan wird als ob ihre mindere Qualifikation an ihrer Situation schuld seien.

Das AMS bemühte sich immer wieder zu behaupten, dass seine Kurse durchaus einen Sinn hätten. Angeblich würden 180.000 von 300.000 KursteilnehmerInnen, also 60 Prozent, nach 6 Monaten einen Job bekommen. Zum einen sei mal angenommen, dass viele auch ohne diese „Massnahme“ einen Job gefunden hätten. Zum anderen haben diese Kurse durchaus einen Sinn, wenn auch nicht für den/die Arbeitslose.  Die Arbeitslosigkeit soll für den/die Betroffene/n so ungemütlich wie möglich werden, was in Zeiten wie diesen nur eine Konsequenz zulässt: Sich zu jedem Preis verkaufen zu müssen. Und das in der Regel in Arbeitsverhältnisse, die meist eine niedrigere Qualifikation voraussetzen als die vorangegangene Arbeitsstelle. Den Rest des Beitrags lesen »

8. März 2014 in Wien – Frauenkampftag

In Allgemeines, Arbeitszeit, Feminismus on März 10, 2014 at 10:54 am

Die Frauen des Wiener Arbeiterinnen und Arbeiter Syndikats waren auf der 8. März Demo mit Flyern und Transparent vertreten.

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