Herrschaftsfreie Basisgewerkschaft – Österreichische Sektion der IAA

SThree Computer Futures: Kundgebung am Mittwoch abgesagt! Erster wichtiger Lösungsschritt getan

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Informationstechnik, International, Solidarity on 9. Juni 2021 at 03:05

Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt! Nach Ankündigung der öffentlichen Kampagne hat sich in der letzten Woche sehr viel bewegt. Die Firma SThree hat uns wieder kontaktiert, war äußerst kooperativ und hat auf eine Lösung des Arbeitskonfliktes hingearbeitet. Wir haben den Eindruck, daß nun aufrichtig versucht wird, vertrauensbildend zu agieren und den Arbeitskonflikt nachhaltig zu lösen. Nach ersten komplexeren Vereinbarungen setzt unsere Gewerkschaft die Kampagne vorerst aus und wir sagen die Demonstration am 30.6. am Hauptbahnhof ab! Damit lehnen wir uns weit aus dem Fenster, zeigen jedoch auch abermals, daß man mit uns vernünftig reden kann und Abmachungen unsererseits auch halten.

Wir hoffen, daß unsere Einschätzung richtig und nun ein Abschluß der Causa möglich ist. Wie wir immer gesagt haben, gibt es keinen Weg außer das vereinbarte Gehalt, die Sozialabgaben und Steuern unseres Genossen zu bezahlen. So soll es nun auch geschehen. Wir fragen uns nur: Warum nicht schon 18 Monate vorher, mit Unmengen weniger Aufwand für alle Beteiligten und weit weniger zerschlagenem Porzellan? Den Ausbeutern, die hauptsächlich an Umgehung der Österreichischen Sozialversicherung verdienen, sei dies eine Mahnung. Unsere Basisgewerkschaft akzeptiert soetwas nicht und wird weiterhin vollkommen unverhältnismäßigen Aufwand betreiben, um Mitglieder auf der ganzen Welt zu unterstützen!

Jenen Firmenchefs, die glauben, Dinge aussitzen zu können, wollen wir diesen Fall auch nahelegen. Organisierte und aktive GenossInnen, die zusammenstehen, wird man nicht einfach mit der Zeit los!

Wir bewerten diesen Arbeitskonflikt schon einmal vorsichtig als gewonnen. Sollten jetzt alle Beteiligten weiterhin vernünftig agieren, die Bezahlung unseres spanischen Genossen wie vereinbart stattfinden und sich die empfundene Vertrauensbasis als real erweisen, so ist von unserer Seite alles als positiv erledigt betrachtet.

Sollten wir damit recht behalten, so ist das für uns ein weiterer Beweis: Die Organisierung in einer kämpferischen Gewerkschaft verbunden mit direkten Aktionen kann Felsen zum Rollen bringen und zwar ohne AK, Gerichte oder sonstige staatliche Institutionen, welche in Fällen wie diesen ohnehin keine große Hilfe für uns ArbeiterInnen sind.

Only the organized survive!

WAS-IAA

Artikel ergänzt am 29. Juni 2021.

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Kampagnenstart gegen Lohnraub bei SThree Computer Futures

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WAS-Kundgebung vor SThree Computer Futures am Hauptbahnhof, Wiedner Gürtel 13 am 30. Juni um 11:30 Uhr

Seit Oktober machen wir öffentliche Aktionen, weil ein spanischer Genosse (von unser Schwestergewerkschaft CNT) sein Gehalt vom November und Dezember 2019 noch immer nicht erhalten hat.

Nachdem wir im März bereits unsere dritte Protestkundgebung vor der Firma Seamox veranstalteten, haben wir eine Kampagne vorbereitet, die zum ersten Mal auch auf die Firma SThree Computer Futures abzielen soll. SThree Computer Futures ist das zweite Subunternehmen einer Kette, an deren Spitze ein großer österreichischer Telekommunikationskonzern steht, während Seamox als drittes Subunternehmen auftritt. Insgesamt sind es also vier Firmen aus der IT-Branche, die an der Ausbeutung unseres Genossen als Programmierer im Rahmen ihres Offshoring-Geschäftsmodells verdient und sich dabei Steuern und Sozialabgaben gespart haben. Darüber hinaus wurde eben das Gehalt bis dato nicht bezahlt. Unser spanisches Gewerkschaftsmitglied hat noch immer keinen Cent erhalten, während er an die 1000,- Euro Ausgaben für sechs Flüge und Unterbringungen in Wien aufbringen musste.

Der Stand unserer bisherigen Aktivitäten gegen Seamox

Unser langer Atem fängt langsam an, Früchte zu tragen: Nachdem der Firmenchef von Seamox uns im Anschluss der ersten beiden Kundgebungen noch erfolglos versucht hat, mit Repressionsmaßnahmen mundtot zu machen, indem er aufgrund von konstruierten Vorwürfen bei der Polizei zwei Anzeigen erstattete, ist er kurz vor der dritten Kundgebung endlich ein kleines Stück weit zur Vernunft gekommen, indem er wieder Kontakt zu uns aufgenommen hat. Allerdings hat der Seamox-Boss sich dabei als Opfer dargestellt und versucht, seinen Ex-Programmierer mit nur 1000 € Einmalzahlung abzuspeisen, während er unserem Genossen jedoch – inklusive der fehlenden Anmeldung bei der Sozialversicherung – 4730 € schuldet. Zusätzlich erwarten wir, daß die Reise- und Unterbringungskosten in Höhe von rund 1000 Euro ebenfalls übernommen werden. Dabei darf nicht vergessen werden, daß der fehlende Betrag mit fortschreitender Inflation immer größer wird …

Und jetzt eine Kampagne gegen SThree Computer Futures

Bei Seamox sind wir an einen Punkt gelangt, bei dem das Gespräch mit uns wieder aufgenommen wurde. Die Verantwortung wird aber hin- und hergeschoben. Deshalb werden wir jetzt die zweite Firma in der Kette adressieren und ihre Geschäftspraktiken öffentlich thematisieren.

SThree Computer Futures ist ein europaweit tätiger IT-Dienstleister, der gut an Praktiken wie denen von Seamox verdient. Bis Oktober bestand eine relativ gute Gesprächsbasis zu SThree Computer Futures, die aber von Seiten SThree’s leider abgebrochen wurde. Da unser Genosse noch immer keine rückwirkende Anmeldung bei der Sozialversicherung erhalten hat, werden wir auch die weiteren Firmen in der Kette der Subunternehmen öffentlich in die Verantwortung nehmen, indem wir den Kampf zu ihnen tragen, ohne Seamox dabei aus dem Blick zu lassen. Als ersten Schritt werden wir eine zweite Front bei SThree Computer Futures eröffnen.

Lasst uns gemeinsam gegen Lohnraub, Offshoring, prekäre Arbeitsbedingungen und Ausbeutung kämpfen. Wir werden nicht leiser, bis der letzte Cent an unseren Genossen ausgezahlt wurde!

Weitere Informationen zu diesem Arbeitskonflikt:

Artikel veröffentlicht am 9. Juni 2021 am WAS-Blog. Kopieren mit Quellenverweis möglich.

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