Herrschaftsfreie Basisgewerkschaft – Österreichische Sektion der IAA

Frauenstadträtin lässt Frauen aus dem Rathaus räumen

In Feminismus, Repression, Solidarity on 2. Juli 2020 at 19:27

Rathauswache und Polizei entfernen das Gespräch suchende Frauen aus dem Rathaus

Eine WAS-Genossin war dabei und berichtet für uns.

Heute Vormittag des 2. Juli haben wir, rund 15 Frauen – vom FrauenLesbenMigrantinnenZentrum (FZ) und Unterstützerinnen –, die Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) im Rathaus aufgesucht, um mit ihr das Gespräch in Bezug auf die Unabhängigkeit des FZ zu suchen, da die Stadt Wien dem FZ einen schwindligen Mietvertrag aufs Aug‘ drücken will.

Selbst nach zirka einer Stunde Warten hat es die Frau Stadträtin – welche sehr wohl in ihrem Büro anwesend war – nicht einrichten können, mit uns zu sprechen.

Frauen im Rathaus werden geräumt. Bild: WienTV

Anstatt eines Gesprächs sind wir dann tatsächlich von der Rathauswache und der Polizei aus dem Rathaus geräumt worden, teilweise wurden wir von diesen sogar rausgetragen. Wer hätte das gedacht. Frauen, die das Gespräch mit der Frauenstadträtin suchen, werden geräumt.

Das Ganze wurde von PressevertreterInnen von WienTV und nochrichten.net aufgezeichnet und teils direkt im Internet übertragen.

Dabei ist unser Anliegen dringend. Vorherige Gespräche mit der Stadträtin haben zu keiner Lösung geführt. Doch worum geht es überhaupt? Die Stadt Wien will allen NutzerInnen des Gebäudes Währingerstr. 59, dessen Eigentümerin sie ist, einen Mietvertrag mit Konditionen aufdrücken, die schlechter nicht sein könnten. Der Vertrag soll mit dem WUK-Verein abgeschlossen werden, obwohl dieser nur die Stiegen 1 bis 5 nutzt, nicht aber die Stiege 6. Die Stiege 6 ist das FZ und das gehört nicht zum WUK-Verein, sondern ist unabhängig und wird auch unabhängig bleiben. Diesen Mietvertrag wollen die Frauen des FZ nicht. Das FZ ist seit 1981 Bestandnehmerin der Stiege 6, das heißt es besteht ohnehin bereits ein Konkludenter Nutzungsvertrag mit der Stadt. Daher kämpfen die Frauen des FZ dafür, daß weder das WUK noch die Stadt Wien diesen Mietvertrag für die Stiege 6 unterschreiben. Deswegen haben wir heute die Stadträtin aufgesucht. Die Frauen vom FZ befürworten sehr wohl die anstehende Renovierung des Gebäudes; diese liegt aber in der Verantwortung der Stadt als Eigentümerin. Der jetzige Mietvertrag mit allerhand Falltüren wird entschieden abgelehnt.

Die Tatsache, daß die Stadt Wien auf diese Art und Weise das FZ einfach dem WUK zu- und unterordnen will, stellt einen nicht akzeptablen Angriff auf selbstverwaltete und unabhängige Frauenräume dar.

FZ bleibt!
Eigenständig,
widerständig,
konkludent!


Weitere WAS-Artikel zum Thema:

Korruption im WUK (16.2.2020)
Protestbrief des WAS‘ an das WUK (21.5.2020)

Artikel veröffentlicht am 02.07.2020 auf dem WAS-Blog. Kopieren mit Quellenverweis möglich.

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