wiener arbeiter*innen syndikat

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Buchvorstellung: Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht

In Allgemeines on März 7, 2016 at 8:48 pm

Das Wiener Arbeiter*innen Syndikat WAS lädt ein: Buchvorstellung und Diskussion mit Peter Nowak (Hg.): Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht. Arbeitskämpfe nach dem Ende der großen Fabriken. (Verlag Edition Assamblage 2015).

Fr, 18.03.2016, 20:00 Uhr, ab 19:00 Uhr Essen

Ort: Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien, 8., Lerchenfelder Str. 124-126/Hof 3/Tür 1A

Im polnischen Amazon-Standort Poznan solidarisierten sich im letzten Jahr Beschäftigte mit den Kolleg*innen, die in deutschen Amazon-Standorten gestreikt haben. Es wächst die Erkenntnis, dass ein Weltkonzern wie Amazon nur durch solche transnationalen Kämpfe zu Zugeständnissen gezwungen werden kann. Doch in der letzten Zeit wurden Arbeitskämpfe in Sektoren bekannt, die gemeinhin als schwer oder gar nicht organisierbar galten. So gründeten Gefangene in einem Berliner Gefängnis eine Gewerkschaft, die sich innerhalb eines Jahres auf viele Knäste in ganz Deutschland und mittlerweile auch aus Österreich ausgebreitet hat. Zwei Beispiele über das neue Gesicht der Arbeitskämpfe, die der Berliner Journalist Peter Nowak (http://peter-nowak-journalist.de/) in seinen im Herbst 2015 im Verlag Edition Assemblage herausgegebenen Buch „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht“ (http://www.edition-assemblage.de/ein-streik-steht-wenn-mensch-ihn-selber-macht/) vor- und zur Diskussion stellt. Ein Schwerpunkt der Buchvorstellung und Diskussion in Wien und Graz wird auf den neuen Formen basisgewerkschaftlicher Organisierung liegen. Können sie eine Alternative zu den reformistischen Großgewerkschaften sein? Und welche Rolle können außerbetriebliche Solidaritätsinitiativen bei der Unterstützung von Arbeitskämpfen spielen? Das werden einige der Fragen sein, die auf der Veranstaltung diskutiert werden sollen.

Die Arbeiter*innen– Selbstverwaltung des Öffentlichen Nahverkehrs in Barcelona 1936-1939

In Öffentlicher Verkehr / Transport, Historisch on März 1, 2016 at 8:34 am

barcelonapublictransitposterDie Geschichte der direkten Selbstverwaltung der Arbeiter*innen des Nahverkehrssystems in Barcelona während der spanischen Revolution bzw. Bürgerkrieg in den 1930ern ist ein hervorragendes Beispiel der Fähigkeiten der arbeitenden Menschen die Industrie in der sie arbeiten selbst zu verwalten.
Die Jahre die letztlich zur spanischen Revolution 1936 führten waren von erbitterten Kämpfen der Arbeiter*innen gekennzeichnet. Wie z.B. der lange aber letztlich niedergeschlagene Streik der Straßenbahner 1935. Eine Vielzahl von führenden Aktivisten des Streiks kam dabei ins Gefängnis.
Mit dem Wahlsieg der Liberalen und Sozialdemokrat*innen im Februar 1936 wurden inhaftierte Gewerkschafter wieder freigelassen und die Gewerkschaft im öffentlichen Nahverkehr konnte sich erfolgreich reorganisieren um eine gewichtige Rolle in den revolutionären Ereignissen des kommenden Jahres zu spielen.
Zu dieser Zeit wurde der Hauptteil des Transports in Barcelona durch ein großes Straßenbahnnetz getragen, betrieben von der privaten Gesellschaft „Tranvias de Barcelona“ die hauptsächlich belgischen Investoren gehörte. Die Gesellschaft betrieb 60 Linien die kreuz und quer durch die Stadt verliefen und diese mit den nahe gelegenen Vororten verbanden.
Von den 7000 Arbeitern (es waren vorerst ausschließlich Männer) der Firma gehörten 6500 der Transportgewerkschaft der anarchosyndikalistischen CNT (Confederación Nacional del Trabajo) an. Die Transportgewerkschaft war eine höchst demokratische Organisation, betrieben durch Arbeiter– Vollversammlungen und gewählte Räte (delegados). Syndikalistisch zu sein bedeutete, dass die Gewerkschaft Teil einer revolutionären sozialen Bewegung sind, die zum Ziel hat, dass die Arbeiter*innen die direkte und kollektive Kontrolle über ihre Industrie übernehmen und damit die Chefs und Kapitalisten ersetzen. Um eine Wirtschaft zu errichten, in der die Industrien der gesamten Gesellschaft gehört.

Die führenden Köpfe des spanischen Militärs reagierten am 19.Juli 1936 auf die zunehmenden Arbeiter*innen – Massenmobilisierung und Streiks mit einem Putsch gegen die liberale Regierung und wollten nunmehr mit diktatorischen Mitteln gegen die radikale Arbeiter*innenbewegung vorgehen. Dabei wurden sie nicht nur von den spanischen Faschisten sondern vom Großteil der spanischen kapitalistischen Eliten unterstützt.

Bewaffneten Gewerkschaftsgruppen gelang es mit Unterstützung… Den Rest des Beitrags lesen »