wiener arbeiter*innen syndikat

Anarchosyndikalismus im 21.Jahrhundert?

In Diskussion on November 11, 2014 at 3:33 pm

Strategy & Struggle: anarcho-syndicalism in the 21st century

Das Wiener ArbeiterInnen Syndikat versucht zu verhindern stehen zu bleiben, will alte Strategien überdenken, wo nötig anpassen oder verwerfen und neue Strategien und vor allem eine neue anarchosyndikalistische Praxis entwickeln. Da Österreich in Hinblick auf radikale Gewerkschaftsorganisierung und -tätigkeit weitgehend Ödland darstellt, selbst Menschen und Gruppierungen mit radikalen gesellschaftspolitischem Veränderungsanspruch mit Vehemenz in den sicheren Schoß von Staatlichkeit, Parteiwesen, Sozialpartnerschaft zurückzukehren neigen, hilft möglicherweise der Blick in andere Länder. Auch aus diesem Grund berichten wir regelmässig von anarchosyndikalistischen Aktivitäten befreundeter Gewerkschaften von anderswo.

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Hier, als Anregung zu dieser Diskussion zwei Texte, diesmal von der britischen Solidarity Federation (daher vorerst leider nur in Englisch). Das ist natürlich nur bedingt eine theoretische Diskussion, der Anarchosyndikalismus muss vielmehr durch seine reale Verkörperung, seine Praxis überzeugen. Dennoch erscheint es immer wieder notwendig zu sein, zu hinterfragen und darzulegen, was wir wie und warum tun und vorhaben zu tun. Sonst kommt meist wenig zukunftsweisendes dabei heraus.

Anarcho-syndicalism in the 21st-century

Aus dem Buch:

Solidarity Federation: Fighting for ourselves: Anarcho-syndicalism and the class struggle. London: Solidarity Federation and Freedom Press, 2012. ISBN: 978-1904491200.

Strategy and struggle – anarcho-syndicalism in the 21st century

Aus: Brighton Solidarity Federation, strategy&struggle, libcom.org, 2009.

Hier legt die SolFed ihre Strategie als „pro-revolutionärer Katalysator“ vor. Dabei rückt sie auch ein Stück weit von der traditionellen anarchosyndikalistischen Massen-Organisationsidee ab. Vielmehr ginge es im Moment um den Aufbau von sehr aktiven Minderheiten-Organisationen die allerdings in der Lage sind die Ideen anarchosyndikalistischer Organisierung und direkter Aktion auch tatsächlich in die Betriebe zu verankern bzw. so vorhanden voranzutreiben. Die Soziale Revolution, das erklärte Ziel des Anarchosyndikalismus, wird dabei aber nicht von einer Hand voll Berufs-Revolutionäre „gemacht“. Die revolutionäre Umgestaltung der Gesellschaft kann nur durch die ArbeiterInnen-Klasse selbst geschehen. Und die AnarchosyndikalistInnen müssen sich und ihre Aktivitäten dannach überprüfen, ob sie dazu beitragen oder nicht.  Diese Einsicht gibt es schon sehr lange, aber sie wird ebenso lange von Linken, Libertären und GewerkschafterInnen aus Elitedenken bzw. Stellvertreterabsicht auf der einen und Resignation bzw. Selbstzweckpolitik auf der anderen Seite heraus ignoriert und beiseite geschoben.

Laßt uns aufhören, dass Scheitern unserer eigentlichen Bemühungen schon im Ansatz miteinzuplanen!

Diskutier mit!

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