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Archive for Oktober 2014|Monthly archive page

Geschichte des Anarchismus und Syndikalismus in Rumänien

In Archiv on Oktober 30, 2014 at 10:40 am

Anarchismus_Syndikalismus_Rumänien

Eine Veranstaltung der Anarchistischen Bibliothek&Archiv Wien, 8., Lerchenfelder Straße 124-126, Hof 3 Tür 1A

Fr. 07.11.2014, 20:00 Vortrag mit Martin Veith
(Institut für Syndikalismusforschung, Bremen)

Die Geschichte (der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf der Blütezeit in den Jahren von 1890 bis zum 1. Weltkrieg) der anarchistischen und syndikalistischen Bewegung in Rumänien ist nahezu unbekannt. Dabei nahmen viele ihrer Protagonisten eine wichtige Rolle in der Entstehung und Entwicklung der revolutionären ArbeiterInnenbewegung ein. Mehr…

Solidaritätsaufruf für Prager Restaurantarbeiterin

In Gastronomie, Solidarity on Oktober 23, 2014 at 9:06 pm

Das Mostecká solidární síť (MSS, Solidaritäts Netzwerk Most/CZ) ruft auf, Protestmails an das Management des Restaurant „Řízkárna“ in Prag zu senden. Der Chef des Restaurants verweigert Anna S. den Lohn auszubezahlen. mehr…

Mit dieser elektronischen Vorlage der slowakischen Priama Akcia kann in einfacher Weise ein vorgefertigtes Protestmail versendet werden. Der Text kann natürlich individuell geändert werden.

 

CNT-Spanien: Arbeitskonflikt bei der Santander Bank beendet

In Solidarity on Oktober 22, 2014 at 10:04 am
Entlassener Gewerkschafter erhält hohe Abfindung

Die CNT Madrid sieht dieses Ergebnis zwar nicht als vollen Erfolg an, da sie durch direkten Druck die Wiedereinstellung erreichen wollten, aber sie sind dennoch stolz über das erreichte Ergebnis, dass auch durch den Druck der Aktionen erreicht wurde. Es zeige, dass die Solidaritätsarbeit funktioniert und die IAA in der Lage ist, auch multinationalen Konzernen etwas entgegenzusetzen. Insgesamt gab es 15 Ländern und mehreren Dutzend Städten Spaniens Solidaritätsaktionen.

(Quellen: FAU-IAA , IAA)

Berlin – Schwedische Schule spaltet Belegschaft

In Bildungsarbeit, Solidarity on Oktober 9, 2014 at 12:19 pm
schwed kirche Auch in Wien informierten Mitglieder des Wiener ArbeiterInnen Syndikats die „Schwedische Kirche Wien“, BesucherInnen der Kirche und PassantInnen über die gewerkschaftsfeindlichen Praktiken der Schwedischen Schule Berlin, welche unter kirchlichem Träger fungiert.
 

Am Montag, den 25. August, ging der Schulbetrieb in der Schwedischen Schule wieder los – und zwar ohne zwei gewerkschaftlich organisierte Angestellte, einem Lehrer für Naturwissenschaften und Sport und einem Erzieher. Die schwedische Schule, angegliedert an die schwedische Kirche in Berlin, hat Haltung gezeigt: eine gewerkschaftsfeindliche Haltung. Denn die einzigen Angestellten ohne Wiederanstellungsangebot sind die beiden offen auftretenden Gewerkschafter der FAU Berlin, die gegen die Massenkündigung protestierten.

Mehr…

Niemals vergessen! Nie wieder Faschismus!

In Archiv on Oktober 9, 2014 at 11:17 am

Plakat 2014

Mahnwache und Kundgebung

Sonntag, 9. November 2014, 15 Uhr 

Gedenkstein vor dem ehemaligen Aspangbahnhof

Platz der Opfer der Deportation/Leon Zelman Park (bei Ecke A.-Blamauerg./Aspangstr.), 3.Bezirk Wien

Flugblatt Aspangbahnhof 2014 (PDF)

Problémy v práci? – Konferenz Bratislava 11.10.2014

In Allgemeines, Solidarity on Oktober 8, 2014 at 7:51 pm

PvP_konferencia_plagat 

Probleme in der Arbeit?

Konferenz zu syndikalistischen Strategien am Arbeitsplatz. Wie auch kleine Organisationen viel bewirken können. Organisiert von der Priama akcia -IAA (Slowakei), unterstützt von der Solidarity Federation – IAA (Großbritannien), Związek Syndykalistów Polski-IAA (Polen) und der Mostecká solidární síť (Tschechische Republik) und dem WAS.

Homepage zur Konferenz

Beginn: 11.10.2014, 13:30 Uhr, Komunitné centrum ZORA, 1 Okružná, Bratislava

Plakat

Arbeitszeitreduktion – aber wie? Und vor allem: durch wen?

In Arbeitszeit, WAS heißt... on Oktober 4, 2014 at 12:12 pm

 arbeitszeitverkürzung

Mittlerweile dringt eine zugegebenermaßen von Linken und GewerkschaftsaktivistInnen (noch?) nicht gerade massiv geführte Diskussion um eine allgemeine Reduktion der Arbeitszeit an die Oberfläche massenmedialer Wahrnehmung. Vielleicht ist diese Formulierung nicht ganz richtig: Die Frage nach einer Herabsetzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich drängt sich nach den vielen Jahren der einseitigen Flexibilisierung, Rationalisierung, Prekarisierung, Reallohnkürzung und Verdichtung der Arbeitsprozesse auf der einen und Massenarbeitslosigkeit auf der anderen Seite derart logisch auf, dass es selbst mehr oder minder liberale Zeitungen wie die deutsche Wochenzeitung „Die Zeit“ oder der österreichische „Kurier“ (27.9.2014, „Karriere“ S. 2-3) zum Thema machen. Vielleicht sind Burn-Out, zerbrechende Familien wegen ausufernder Arbeitszeiten und Zukunftsängste um den eigenen Nachwuchs ein auch in Zeitungsredaktionen bekanntes Phänomen.

Nach Jahren der steten Mehrbelastung und der Profitmaximierung auf Kosten der ArbeiterInnen und zuletzt auf Kosten ihrer Arbeitsplätze ist es keine radikal-gewerkschaftliche Forderung mehr, sondern eine Frage des durchschnittlich „gesunden“ Menschenverstandes, dass es auch wieder zu Entlastung der ArbeiterInnen durch Verteilung der Arbeitszeit und durch Erhöhung des durchschnittlichen Stundenlohns kommen muss. Irgendwann nützt auch nicht mehr die effektivste Werbemaschinerie zur Erzeugung künstlicher Bedürfnisse oder eingebaute Verschleißteile in Smartphones und digitalen Wegwerf-Autos was, um den Konsummarkt aufrechtzuerhalten, wenn sich das die Leute dank Arbeitslosigkeit einfach immer seltener leisten können, und noch dazu die Banken finanzkrisenbedingt immer seltener bzw. teurer Konsumkredite vergeben.

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ÖGB und SPÖ verliefen sich im Wald (wieder mal)

Der Österreichische Gewerkschaftsbund hat sich indes darauf versteift an einer anderen Front zu kämpfen. Der „politischen“. Da werden mit dem Koalitionspartner ÖVP lieber Spiegelfechtereien über etwaige Steuersenkungen ausgefochten. Dass diese deshalb auch so zahnlos und unrealistisch sind, dürfte den Spitzenfunktionären in ÖGB und SPÖ bewusst sein. Vielleicht hält es aber ein paar WählerInnen bei der Stange. Mit der Rettung der heimischen Banken (nicht nur der Pleite-Hypo!) haben sich die SP-Spitzen ohnedies jeglichen finanziellen Handlungsspielraum genommen. Und einmal mehr klargemacht: Die möglichst störungsfreie Aufrechterhaltung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung ist unser oberstes und leider auch einziges Ziel.

Faymann hat durchaus glaubhaft in einem ORF-Interview gemeint, dass ihm die jüngste 8%-Schlappe der vorarlberger Landespartei weit weniger schlaflose Nächte bereitet, als die Maßnahmen die er zur Rettung der Banken zu setzen hatte (wiewohl das eine auch mit dem anderen zusammenhängen dürfte). Es ging ja schließlich darum eine Krise wie die der 1930er-Jahre zu vermeiden, wo der Totalzusammenbruch großer Banken die Massenarbeitslosigkeit erst recht vorantrieb.

Aus der Geschichte lernen ist ja mal kein schlechter Ansatz. Ist aber Bankenretten alles was die SPÖ aus der Geschichte gelernt hat? Selbst wenn wir wollten, können wir der Sozialdemokratie nicht bei ihrer Selbstabschaffung im Wege stehen… Was hält der ÖGB dagegen? Wie ein trotziges Kind will er dem lieben Staat nun weniger vom Lohn abgeben, weil der ja so schlecht damit gewirtschaftet hat. So als ob man/frau ihn so rückwirkend davor abhalten könnte das Geld in schwarze Löcher, oder genauer: auf die Konten von Spekulations-Investoren, geleert zu haben. Weil der Staat, wie Faymann sagt, folgerichtig alles Notwendige getan hat um ein in Implosion begriffenes Wirtschaftssystem vorm selbstverschuldeten Untergang zu retten. Von den Spätfolgen dieser Krise, wie etwa der Frage wie die Altersvorsorge (private oder staatliche) in gar nicht so unabsehbarer Zeit aufrechterhalten werden soll, wenn die Jungen heute nur mehr Scheißjobs oder gar keine bekommen und natürlich auch wenig bis nichts in die Kassen einzahlen mal ganz zu schweigen. Ja, da steckt ein toter Hund drinnen, der so sehr er auch zu stinken beginnt, nicht rauszukriegen ist.

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Zeit für Forderungen?

Der Eindruck, dass es darum gehen müsse den Unternehmern die Sache möglichst schönzureden wird aber auch manches Mal in der Diskussion um die Verkürzung der Wochenarbeitszeit geweckt. Auch hier werden immer wieder die vermeintlichen oder tatsächlichen Vorteile für die Unternehmer und den Konsummarkt ins Treffen geführt, die sich daraus ergeben würden, dass die Arbeitslosigkeit effektiver bekämpft, damit die öffentlichen Kassen entlastet und der Massenkonsum wieder angekurbelt und die ArbeiterInnen wieder motivierter an die Arbeit gehen würden.
Ja, das würde sich auch mancher Unternehmer wünschen – nur naturgemäß nicht auf Kosten seines eigenen Profits.
Die Frage, die sich daher alle VorkämpferInnen einer Arbeitszeitverkürzung stellen müssen: Wer sind unser wirklichen Verbündeten im Kampf um dieses legitime und sinnvolle Anliegen? Und wollen wir damit das gegenwärtige System aufrechterhalten, umgestalten oder überwinden?

UnternehmerInnen, die Jahre hindurch von der Verschärfung der Arbeitsbedingungen gelebt haben und nun krisenbedingt erkennen müssen, dass die Profitmaximierung nicht mehr so funktioniert wie noch vor ein paar Jahren? PolitikerInnen, denen die Erhaltung staatlicher Macht (weil Garant ihrer eigenen Macht) einzig wahre Religion ist, so sie nicht ohnedies ausschließlich im Interesse ihrer zukünftigen Arbeitgeber in der Privatwirtschaft agieren?

Die Wahrheit, dass die Interessen der ArbeiterInnen nicht die selben, ja meist auch nicht kompatibel mit den Interessen der Unternehmer und des Staates sind, diese Wahrheit ist den ArbeiterInnen zumutbar!

In das Vakuum, dass die Selbstaufgabe einer auf Sozialpartnerschaft ausgerichteten Zentralgewerkschaftsbewegung und Sozialdemokratie hinterlässt, können natürlich auch alternativgewerkschaftliche Strömungen stoßen, wie jene, die die 30 Stunden-Woche fordert. Sie darf aber nicht den Fehler machen, den etwa die Bewegung für die Forderung des „Bedingungslosen Grundeinkommen“ gemacht hat. Diese hatte ja nicht nur eine zusätzliche Vernebelungswirkung auf eine Linke, die sich faktisch völlig aus dem Kampffeld der Lohnarbeit zurückgezogen hatte. Es war eben auch bloß eine Forderung. An den Staat. An Parteien. An die „Sozialpartnerschaft“. Und wenn die dann einfach „nein“ sagen? Oder die Forderung so verwursten, dass daraus einfach ein „effizienteres“ Sozialhilfesystem wird?

Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer und Co. haben ohnedies schon mehrmals und mehr als deutlich gemacht, dass die „Wünsch-Dir-Was“-Zeit vorbei ist, so es sie jemals gegeben hat – und ÖGB und SPÖ haben das weitgehend vorbehaltlos akzeptiert. Also: realistisch werden!

5473162_BLD_OnlineEin bekanntes Beispiel aus Griechenland: Nach der Schließung eines staatlichen TV-Senders wurde dieser von der Belegschaft besetzt und weitergeführt

…oder für Kämpfe?

Es gibt nur einen Weg, damit die möglicherweise im Entstehen begriffene Bewegung für eine Arbeitszeitsenkung mit vollem Lohnausgleich substantieller sein kann als etwa jene für das „Bedingungslose Grundeinkommen“. Sie darf kein Appell an die Vernunft oder den good-will der Politiker und Wirtschaftsbosse sein, sondern sie muss da stattfinden, wo die Ausbeutung stattfindet. Die wenigen erfolgreichen Arbeitskämpfe in Europa der letzten Jahre waren vor allem solche Streiks und Betriebsbesetzungen bei denen die lokale Bevölkerung (unter ihnen natürlich auch Erwerbslose) aktiv miteingebunden wurden. Auch die vielen selbstorganisierten Kämpfe in den „Krisenländern“ wie Griechenland zeigen das Potential, dass selbst in unserer kaufgeilen, medial abgestumpften, verantwortungsdelegierenden und elektronisch überwacht und gelenkten Gesellschaft angesichts von Demoralisierung, Massenarbeitslosigkeit und Sozialkürzungen existiert. Die sukzessive Verelendung führt leider nicht automatisch zu Aufbegehren, aber es gelingt durch sie offenbar auch nicht den Willen der Menschen zur Selbstbestimmung tot zu kriegen.

DSC00489In der spanischen CNT-IAA gibt es schon länger die Kampagne für eine 30 Stunden Woche.

Direkte Aktion, und die propagieren wir AnarchosyndikalistInnen so unermüdlich, bedeutet, dass das Ziel so weit als gerade möglich auch in den Mitteln enthalten sein soll. Im konkreten Fall heißt das Ziel Arbeitszeitreduktion. Die Mittel beginnen bei der (kollektiven) Verweigerung von Überstunden. Führen über Teilstreiks, etwa bei ungeliebten Diensten (Tagesrandzeiten, Teildiensten, Wochenenden, Feiertagen…) zu wirklich unbefristeten Streiks. Bis hin zu Betriebsbesetzung und Kollektivierung der Produktion in die dann auch bislang Erwerbslose eingebunden werden. In solchen Kämpfen, und wahrscheinlich nie ohne sie, entwickeln sich reale Perspektiven heraus aus dem Schlemassel Namens Kapitalismus.

Der Kampf um Arbeitszeitverkürzung und Lohnerhöhung muss also v.a. in den Betrieb getragen werden, in die regulären, prekären, scheinselbstständigen Lohnabhängigkeitsverhältnisse. Es ist ein basisgewerkschaftlicher, kein sozialpartnerschaftlicher Kampf, der Erfolge bringen kann. Im Einzelfall genauso wie in der Gesamtheit der ArbeiterInnenschaft.

Wenn im Zuge dieses Kampfes Widersprüche mit dem herrschenden Wirtschaftssystem entstehen, dann kann auch die Einsicht entstehen, dass das Arbeiten zum Zweck der Profitmaximierung, ob 30, 42 oder 5 Stunden, an sich kein wünschenswerter Zustand ist. Die Einsicht, dass wir Bosse und Politiker, Staat und Kapital eigentlich nicht brauchen um zu leben.
Das wird nicht von alleine passieren und nicht von heute auf morgen, aber es ist realistischer als anzunehmen Politik und Kapital würden sich auf unser Flehen hin unser d´erbarmen. Und: Die Angst wir könnten irgendwann auf sie verzichten wollen, war bislang die einzige wirkliche Triebfeder für Sozialreformen „von Oben“.
Ob es uns gefällt, erfolgversprechend und mühsam erscheint oder nicht: wir, die ArbeiterInnen selbst müssen den Kampf um menschlichere Arbeitszeiten, -bedingungen und Bezahlung kämpfen.

Es rettet uns kein höh´res Wesen.

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