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FAU – Arbeitskampf zeigt erste Erfolge

In Gastronomie, Solidarity on April 19, 2014 at 6:15 pm

Im durch die anarchosyndikalistische Schwesterorganisation FAU-IAA geförderten Arbeitskampf in einem Dresdner Lokal (wir haben berichtet) zeigt die Hartnäckigkeit der AktivistInnen erste Erfolge.

Vergangenen Dienstag, dem 8. März, trafen sich die drei gekündigten Gewerkschaftsaktivist_innen der BNG-FAU aus der Kneipe „Trotzdem“ mit der Arbeitgeberinnenseite zu einem Gütetermin im Arbeitsgericht. Bei dem Termin wurde sich unter anderem auf die Unwirksamkeit zweier Kündigungen und die Rücknahme aller Diebstahlsvorwürfe geeinigt. Weitere Verhandlungen stehen noch aus. Der Fall hatte vor Allem durch den 58-tägigen Streik der Belegschaft Aufsehen erregt.

Bei dem Gütetermin wurde ab 9 Uhr im Saal 3 des Arbeitgerichtes Hans-Oster-Straße 4 über die Wirksamkeit dreier Kündigungen verhandelt, die von der Betreiberin des „Trotzdem“ gegen die drei Gewerkschaftsmitglieder zum 28. Februar ausgesprochen worden waren. Am Ende einigten sich die Parteien auf einen Vergleich. In einem Fall wurde eine Kündigung zum 28. Februar anerkannt, unter der Bedingung jegliche Diebstahlsvorwürfe fallen zu lassen, die restlichen Lohn- und Urlaubsgelder nachzuzahlen und ein „wohlwollendes und berufsförderndes“ qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen. In den beiden anderen Fällen einigten sich die Parteien, dass eine Kündigung erst zum 31. März wirksam wäre, da die zunächst zum 28. Februar ausgesprochenen
Kündigungen vom Gericht als unwirksam angesehen wurden. Auch hier werden alle Diebstahlsvorwürfe von Seiten der Chefin fallen gelassen. Löhne und Urlaubsforderungen, sowie gleichwertige Arbeitszeugnisse müssen in diesen Fällen noch erstritten werden. Bleibt die Chefin uneinsichtig, könnte es hier zu weiteren Klagen der Gewerkschaftsaktivist_innen kommen.

„Wir sind mit dem Ergebnis bis jetzt zufrieden. Wir konnten zwei der Kündigungen kippen und die Chefin musste ihre haltlosen Diebstahlsvorwürfe öffentlich zurückziehen. Damit ist auch viel über ihre Glaubwürdigkeit gesagt.“, äußerte sich Jeanette Schmidt von der Betriebsgruppe in einem Auswertungsgespräch. Nach Schätzungen der Gewerkschaft bewegen sich die Anwalts- und Verfahrenskosten für die Chefin schon jetzt im vierstelligen Bereich. Kosten, die durch Verhandlungsbereitschaft und Dialog hätten vermieden werden können.

„Es war richtig den Schritt des Arbeitskampfes zu gehen. Schon jetzt haben wir mit der BNG-FAU mehr erreicht, als wir alleine erreicht hätten. Außerdem konnten wir mit unserem Engagement uns und anderen beweisen, dass auch Minijobber_innen im Kleinbetrieb nicht wehrlos sind.“, so die Sprecherin der Betriebsgruppe.

(Aus: BNG-FAU)

12 Stunden arbeiten? In der Woche!

In Arbeitszeit on April 7, 2014 at 8:38 am

25h-clockEs ist nicht einmal ein Jahr her, dass der Sozialminister erklärte, es müsse darum gehen „Überstunden abzubauen und nicht durch 12-stündige Arbeitstage noch zu erhöhen.“  Mittlerweile darf es niemanden überraschen, dass die SPÖ wieder kurz davorsteht vor dem Koalitionspartner einzuknicken. Mit ein paar Spiegelfechtereien wird zwar noch um „Gegenleistungen“ gefeilscht, die aber weniger Nutzen für die Allgemeinheit der Werktätigen bringen würden, als vielmehr verdeutlichen wie weit der Wahnsinn der Arbeitskraftausbeutung schon längst fortgeschritten ist.

„Einem generellen 12 Stunden Arbeitstag, erteilt der Vorstand der Bundesarbeitskammer eine klare Absage“, (arbeiterkammer.at) tönt es aus der AK kämpferisch. Ein semantisches Kunststück. Der Satz könnte ja auch lauten: „Einem 12 Stunden Arbeitstag erteilt der Vorstand der Bundesarbeitskammer eine generelle Absage.“ Den Rest des Beitrags lesen »