wiener arbeiter*innen syndikat

Filmtipp

In Arbeitszeit, Kulturelles und Rezensionen on Februar 27, 2014 at 4:58 pm

„workers of the world relax“

The principle of continuous growth which
rule our economy have brought us here.
But is there a different path? 

What if we used our gains in productivity to
slow down ? We could work less and produce less.
It would also mean consuming less.

Dieser Film beschäftigt sich mit den Zusammenhang von Technologie, Effizienz, ökologischer und wirtschaftlicher Krise und Arbeitszeit. Dabei werden auch die als zeitgemäß und fortschrittlich verkauften Formen der „ökologischen“ Effizienz-Steigerung  kritisiert. Die Produktivität der ArbeiterInnen ist heute größer denn je, trotzdem oder gerade deshalb befinden wir uns in einer wirtschaftlichen Sackgasse. Der Film argumentiert, dass die Produktivität der ArbeiterInnen neue Technologien ermöglicht, die wiederum dazu verwendet werden, Arbeitskraft einzusparen. Die freigewordene Arbeitskraft wird aber nicht in Freizeit umgesetzt sondern dazu genutzt, neue Produktionszweige, neue Technologien, neue Organisationsformen zu entwickeln die wiederum die Produktionseffizienz steigern. Dies führt immer wieder zu Massenarbeitslosigkeit und zu einer immer höheren Vernutzung und Zerstörung von natürlichen Ressourcen. Statt dessen sollte die Arbeit unter allen aufgeteilt und die allgemeine Arbeitszeit gesenkt werden.

Der Film besticht durch die Einfachheit seiner Argumentation, auch wenn dadurch die Analyse etwas kurz kommt. Leider suggeriert der Film, dass die Senkung der  Arbeitszeit ausschließlich Aufgabe von Politikern sei. Das Subjekt der Veränderung ist also trotz des Titels offenbar nicht der/die ArbeiterIn selbst.

Der Faktor Arbeitskraft wird hier als objektive rechnerische Größe gesehen, genauso wie in den herrschenden kapitalistischen Markttheorien. Anstatt zu erkennen, dass mit Arbeitskraft Menschen gemeint sind, die unterschiedlichste Befindlichkeiten und Bedürfnisse entwickeln können, die sich widersetzen, wenn sie etwa zu lange, zu hart oder zu schnell arbeiten sollen. Der Klassenkampf der durch offene Lohnforderung oder auch nur verdeckt durch passive und unbewußte Resistenz (z.B.  „Burn-Out“) auftritt ist ein Motor der Entwicklung. Die Kapitalisten sehen sich also um die Profite hoch zu halten immer wieder gezwungen, technologische Innovationen voranzutreiben, welche die Effizienz steigern. Die Frage ist also: Kann es einen Kapitalismus ohne Wachstum geben? Wenn nein, dann kann die Lösung nur in der Überwindung dieses Systems liegen, dessen wesentliche Grundlage die Mehrwertabpressung durch Lohnarbeit ist. Wenn das gemeint ist, dann sollte es auch offen ausgesprochen werden.

Dennoch bringt „workers of the world relax“ einige interessante Argumente, die einmal mehr die Absurdität unserers gegenwärtigen Wirtschaftssystems aufzeigen. Zeit, Konsequenzen daraus zu ziehen.

www.workersoftheworldrelax.org

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