wiener arbeiter*innen syndikat

Archive for Februar 2014|Monthly archive page

Filmtipp

In Arbeitszeit, Kulturelles und Rezensionen on Februar 27, 2014 at 4:58 pm

„workers of the world relax“

The principle of continuous growth which
rule our economy have brought us here.
But is there a different path? 

What if we used our gains in productivity to
slow down ? We could work less and produce less.
It would also mean consuming less.

Dieser Film beschäftigt sich mit den Zusammenhang von Technologie, Effizienz, ökologischer und wirtschaftlicher Krise und Arbeitszeit. Dabei werden auch die als zeitgemäß und fortschrittlich verkauften Formen der „ökologischen“ Effizienz-Steigerung  kritisiert. Die Produktivität der ArbeiterInnen ist heute größer denn je, trotzdem oder gerade deshalb befinden wir uns in einer wirtschaftlichen Sackgasse. Der Film argumentiert, dass die Produktivität der ArbeiterInnen neue Technologien ermöglicht, die wiederum dazu verwendet werden, Arbeitskraft einzusparen. Die freigewordene Arbeitskraft wird aber nicht in Freizeit umgesetzt sondern dazu genutzt, neue Produktionszweige, neue Technologien, neue Organisationsformen zu entwickeln die wiederum die Produktionseffizienz steigern. Dies führt immer wieder zu Massenarbeitslosigkeit und zu einer immer höheren Vernutzung und Zerstörung von natürlichen Ressourcen. Statt dessen sollte die Arbeit unter allen aufgeteilt und die allgemeine Arbeitszeit gesenkt werden.

Der Film besticht durch die Einfachheit seiner Argumentation, auch wenn dadurch die Analyse etwas kurz kommt. Leider suggeriert der Film, dass die Senkung der  Arbeitszeit ausschließlich Aufgabe von Politikern sei. Das Subjekt der Veränderung ist also trotz des Titels offenbar nicht der/die ArbeiterIn selbst. Den Rest des Beitrags lesen »

Zum Verhältnis von Arbeitszeit und Produktivität

In Arbeitszeit on Februar 24, 2014 at 4:21 pm

Zum Einstieg in die Arbeitszeit-Diskussion ein Artikel aus der  Direkten Aktion 212 – Juli/August 2012 von Leon Bauer:

Freizeit als Rendite des Fortschritts –

Zum Verhältnis von Arbeitszeit und Produktivität

Sogenannter Sogenannter „Arbeiter-Chronometer“ mit Aufschrift „Wir wollen 8 Stunden zur Arbeit, 8 Stunden, um uns auszubilden, 8 Stunden, um auszuruhn!“, Ende 19. Jahrhundert. Foto: um.cx (flickr)

Er könnte so schön sein, der technische Fortschritt. Plackerei und Hunger würden der Vergangenheit angehören, und der Mensch hätte Zeit, sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen – um einer höheren Kultur entgegen zu schreiten. Derlei hoffnungsvolle Utopien wurden sicherlich schon seit Anbeginn der Zivilisation geträumt. Bereits der griechische Philosoph Aristoteles schrieb über 300 Jahre vor Christus: „Wenn jedes Werkzeug auf Geheiß, oder auch vorausahnend, das ihm zukommende Werk verrichten könnte, wie des Dädalus Kunstwerke sich von selbst bewegten oder die Dreifüße des Hephaistos aus eignem Antrieb an die heilige Arbeit gingen, wenn so die Weberschiffe von selbst webten, so bedürfte es weder für den Werkmeister der Gehilfen noch für die Herren der Sklaven.“

Heute, wo die Technologisierung Ausmaße erreicht hat, die Aristoteles sich kaum vorzustellen vermochte, hält sich der utopische Optimismus in Grenzen. Der technische Fortschritt insbesondere der vergangenen hundert Jahre hat zu einem globalen Strukturwandel geführt, der nicht nur die Menschheit in eine instabile Gesamtlage versetzt, sondern auch deren lebensnotwendige Biosphäre an einen kritischen Punkt gebracht hat. Auch von einer Befreiung von Arbeit und Hunger kann kaum die Rede sein. Noch nie in der Geschichte lebten so viele Menschen in extremer Armut wie heute, noch nie waren so viele Menschen auf der Welt – mittlerweile deutlich über zwei Milliarden – proletarisiert. „Allein in Südkorea“, so Lucien van der Walt und Michael Schmidt, „gibt es gegenwärtig mehr Industriearbeiter als in der gesamten Welt des Jahres 1848, zu der Zeit, als Karl Marx und Friedrich Engels das Kommunistische Manifest verfassten – und Industriearbeiter stellen nur ein Segment der Arbeiterklasse dar“. Den Rest des Beitrags lesen »

Keine Erreichbarkeit im Krankenstand!

In Arbeitsrecht on Februar 19, 2014 at 12:54 pm

Seit geraumer Zeit wünschen sich Unternehmer-Vertreter die Einführung des Teilkrankenstandes. D.h. MitarbeiterInnen sollen im Rahmen der gesundheitlichen Möglichkeiten gezwungen werden zur Arbeit zu erscheinen oder Arbeiten von zu Hause aus zu erledigen, obwohl sie krank geschrieben wurden. Es bedarf nicht viel Phantasie sich auszumalen, mit welchen Druck ArbeiterInnen im Krankenstand konfrontiert würden, sobald hier diese vorhersehbare gesetzliche Grauzone geschaffen würde. Die meisten Streitfälle werden ja nicht gerichtlich ausgetragen, sondern finden tagtäglich in den Betrieben statt. Die Kenntnis oder auch schon die Meinung über die Rechtslage haben dabei nicht wenig argumentatives Gewicht.

feuerwehr hamburg2011 meldeten sich an einem Wochenende 66 Hamburger Feuerwehrleute krank, weil sie die ausgedehnten Arbeits- und Bereit-schaftsdienste krank machten.

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„Führer- oder Masseproblem“?

In Historisch on Februar 16, 2014 at 12:14 pm

Dieser Tage fand der 80.Jahrestag des Schutzbundaufstands gegen den austrofaschistischen Ständestaat vom 12.Februar 1934 statt. Dies ist, wie eh und je, Anlass für die Vertreter und (schrumpfende Zahl der) Anhänger der verschiedenen politischen Parteien, zwar nicht unbedingt die Taten ihrer historischen Väter (und Mütter) gutzuheißen, aber doch die Schlussfolgerungen aus den Ereignissen als historische Notwendigkeiten zu interpretieren. Das war einerseits die Sozialpartnerschaft ab den 1950ern (SPÖ) und andererseits der Moskau-hörige Kleinparteiendogmatismus (KPÖ). Auch wenn der historische Deutungsanspruch der Niederlage der österreichischen ArbeiterInnenbewegung gegen den Faschismus nicht mehr ausschließlich zwischen den Parteienvertretern ausgehandelt wird, so wirken deren Sichtweisen gerade in „fortschrittlichen“, linken Kreisen bis heute nach.

Heute kaum noch bestritten wird, dass das stete Zurückweichen der Sozialdemokratie bzw. der Gewerkschaftsbewegung die verschiedenen Formen des Faschismus begünstigt hat. Ebenso unbestritten ist die Annahme, dass die Wirtschaftskrise ein wesentlicher Faktor der Schwächung der ArbeiterInnenbewegung und dass die Unterdrückung der ArbeiterInnenbewegung durch den Austrofaschismus eine wesentliche Voraussetzung für den schwach ausgeprägten österreichischen Widerstand gegen den folgenden Nationalsozialismus war.

schuhmeier

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Hauptsache kein juristisches Nachspiel?

In ArbeiterInnenkämpfe Ö, Arbeitsrecht on Februar 14, 2014 at 8:48 pm
Two male colleagues discuss work

Es werden, nach dem verlorenen Arbeitskampf bei KBA Mödling – zumindest öffentlich – nur mehr wenige Worte über die Gründe des Scheiterns verloren. Die beteiligte Gewerkschaftsführung ist bemüht, das ganze als Erfolg zu verkaufen. Wer das nicht glauben will, dem wird die gelungene Einschüchterungstaktik seitens der Unternehmensleitung sowie das Ausspielen der Belegschaft des einen Werks gegen das andere (das eine wird völlig dicht gemacht, das andere zumindest vorerst nicht) als unüberwindbare Hürde dargestellt. In ÖGB (nahen)- Kreisen wird so getan, also ob rechtliche Konsequenzen bzw. Rechtstreitigkeiten in Folge eines Arbeitskampfs zum ersten Mal in der Geschichte und nirgendswo anders auf der Welt als in unserm Österreich passieren könnten.

Praktisch in jedem Arbeitskampf auf der Welt gibt es juristische Drohungen, häufig Kündigungen und Gerichtsverfahren, manchmal ein aktives Eingreifen des Staates auf Seiten der Unternehmer. Machen wir einen kleinen Blick über die Grenzen sehen wir, dass auch in Ländern die diesem hier gar nicht so unähnlich sind (die Schweiz etwa) wesentlich mehr Arbeitskämpfe geführt und oft auch gewonnen werden: Den Rest des Beitrags lesen »

Voll eingeknickt: Wie der ÖGB Streiks verliert – und noch viel mehr

In ArbeiterInnenkämpfe Ö on Februar 11, 2014 at 12:12 pm

Bis vor kurzem durfte zumindest bei Aussenstehenden angesichts des KBA-Mödling-Streiks die Hoffnung aufkeimen, es könnte in Österreich nach Jahren wieder einmal ein erfolgreicher Arbeitskampf geführt werden. Die Belegschaft schien bereit, die Bevölkerung hat sich solidarisiert und die Zentralgewerkschaft hat den Arbeitskampf zumindest formal unterstützt. Sogar die Medien, außer die ideologisch besonders tendenziösen, legten eine gewisse Sympathie für die Streikenden an den Tag.

Mit höchst plumpen juristischen Drohungen seitens der Geschäftsführung wurde versucht Panik bei den Betroffenen zu erzeugen. Doch anstatt hier klipp und klar zu sagen: Jetzt geht´s um die Wurscht. Laßt uns die Streiks ausweiten, laßt uns auf´s ganze gehen. Sie schüchtern uns ein, dann legen wir nach: Es gibt ja auch noch die Möglichkeit einer Betriebsbesetzung, Solidaritätsstreiks oder Blockaden anderer Tochterunternehmen, der aktiven Solidaritätssammlung für die Streikenden in der Bevölkerung, wir versuchen bei den deutschen KollegInnen zu mobilisieren… Der Angst kann nur mit Mut begegnet werden.

Statt all dem kommt von der Zentralgewerkschaft: Klein beigeben. Verhandeln statt Handeln. Ist ja nix passiert, wir werden wieder brav sein, damit die Kollegen von der Wirtschaft nicht mehr böse auf uns sind. Den Rest des Beitrags lesen »

Solidarität mit den Streikenden bei KBA-Mödling

In ArbeiterInnenkämpfe Ö on Februar 10, 2014 at 1:54 pm

streik

Die ArbeiterInnen bei KBA-Mödling in Maria Enzersdorf und Ternitz stehen seit 6.2.2014 im unbefristeten Streik. Die deutsche Konzernleitung will hier bis zu 460 Jobs streichen. Mittags wurde am Standort in Maria Enzersdorf einstimmig der Streikbeschluss gefasst. Von der Konzernleitung kommen bislang lediglich juristisch höchst fragwürdige Drohungen und Interpretationen der österreichischen Streikrechts-Situation. Wenig überraschend werden sie dabei von der unternehmerfreundlichen Presse sekundiert.

Das (und vielleicht auch ein wenig die momentanen AK-Wahlen) bringt auch die streikscheuen Zentralgewerkschaften unter Zugzwang: Streiks sind auch in Österreich nicht verboten! Vielmehr wird es jetzt allerhöchste Zeit mit der unseligen Tradition der Kampflosigkeit zu brechen! Den Rest des Beitrags lesen »

Musiktipp: Dominik Plangger

In Archiv on Februar 8, 2014 at 9:35 am

Heute mal ein Musiktipp. Dominik Plangger, Liedermacher aus Südtirol, hat mittlerweile seine dritte CD herausgebracht. Seine Lieder handeln, ja eigentlich nur von: „Sachen die mich stören und darüber sing ich halt.“ (Dominik Plangger). Wir wünschen viel Spaß beim reinhören.

FAU-Dresden: Kneipe „Trotzdem“ wird bestreikt

In Gastronomie, Solidarity on Februar 2, 2014 at 8:19 am

Die FAU-Dresden und die BNG-FAU (libertäre Gewerkschaft für Nahrung und Gastronomie in der FAU) führen seit Juli 2013 einen Arbeitskampf in einer „linken“ Szenekneipe. Mittlerweile wurde drei Kolleg*innen gekündigt, wo es um die Wiedereinstellung und einen Hauskollektivvertrags geht. Als Alternative zu solch einem Hauskollektivvertrag wurde der Inhaberin auch die kollektivierung des Betriebes angeboten. Weitere Infos auf dem Blog der Genoss*innen der BNG-FAU.