wiener arbeiter*innen syndikat

CNT-AIT im Konflikt mit Santander Bank

In Solidarity on Januar 9, 2014 at 3:46 pm
Im Konflikt mit der Santander Bank-Isban zeigt das Unternehmen weiterhin keine Bereitschaft zum Dialog. Nach der Entlassung eines CNT-AIT-Gewerkschaftsvertreter durch die Isban sind die in der IAA-AIT föderierten revolutionären Gewerkschaften seit einem Aktionstag am 1.Oktober 2013 weltweit dagegen aktiv.

ISBAN: Elend, Sklaverei und Angst
Isban ist ein Computer- Dienstleistungsunternehmen welche der Santander Group von Emilio Botin gehört. Isban dient als Dachgesellschaft eines Netzwerks von „Kanonenfutter“- Arbeitskräfteberlassern, die billige und prekär beschäftigte Arbeitskräfte vermitteln.
Mehr als 10.000 Mitarbeiter sind weltweit illegal von Isban übernommen worden. Die Bank muss also, wenn sie jemanden feuern will lediglich die Zeitarbeitsfirma informieren, die dann den betreffenden Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin abzieht. So entstehen keine Kosten für die Bank, die dann eine „Projektänderung“ mit der Zeitarbeitsfirma vornimmt, die dann üblicherweise die betreffenden ArbeiterInnen entlassen oder an eine andere „Kunde“ überlassen.
Mit dieser Praxis sparen sich die Millionäre hohe Kosten die durch das Einstellen und Entlassen von MitarbeiterInnen üblicherweise entstehen, während sie die Kontrolle über dutzende Unternehmen behalten. Den Überlasserfirmen liegt natürlich viel daran keinen profitablen Kunden zu verlieren. Manche überlassen sogar 100% ihrer Beschäftigten der Bank, und werden somit Teil eines mafiösen Subunternehmer-Netzwerks.
Das Leben der Isban-ArbeiterInnen ist von Hilflosigkeit und der Angst gekennzeichnet, minimaler Protest könnte zum Verlust von Arbeitsplatz und in der Folge zu Obdachlosigkeit führen. Dies führt unter anderem zur Akzeptanz von völlig surrealen Arbeitszeiten, Arbeitsplänen, Überstunden und Schichtwechseln, Löhne liegen oft unter den tariflichen Mindeststandards.
rivas2
Santander Gruppe: Gier, Korruption und Verderben
Vor kurzem gab es hunderte von unrechtmäßigen Entlassungen innerhalb der Santander -Gruppe, was die ArbeiterInnen als breit angelegtes verdecktes Entlassungsprogramm anprangern. Die Umsätze von Santander Back-Office (SBGM ) und Isban CSA sind innerhalb weniger paar Monaten um 50 % gefallen. Die entlassenen BankmitarbeiterInnen sind die weniger rentablen und am meisten Gefährdeten. AußenseiterInnen wie illegal überlassene ArbeiterInnen, Teilzeit- Mütter oder ins Ausland versetzte MitarbeiterInnen waren die bevorzugten Ziele für diese Einschnitte. Mit dem Einverständnis der Regierung und den „gelben“ Gewerkschaften kommt es zu massiver Arbeitsplatzvernichtung die der Santander –Gruppe praktisch nichts kostet.
Und das obwohl die Santander-Gruppe insgesamt keine Verluste schreibt, sondern im ersten Halbjahr 2013 vielmehr Gewinnzuwächse von fast 30% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diese extrem heuchlerisch Haltung der Gruppe schlägt sich mit dem durch ihre Werbung vermittelten Bild eines ganzen Landes, dass dem Unternehmen für sein Vertrauen in die Menschen und die Zukunft dankt. Ein Land und eine Zukunft in der Millionen Menschen der Arbeitslosigkeit und Armut überlassen wurden.
Es ist nicht das erste Mal, dass über die tyrannischen Methoden des Milliardärs Emilio Botin berichtet wird, aber bisher wurde der Gerechtigkeit nicht Genüge getan. Im Jahr 2008 stellte der Oberste Gerichtshof das Verfahren gegen Botin und andere Bankmanager wegen des unrechtmäßigen Kaufs Banesto Bank auf Grund Verfahrensfehlern ein. Als im Jahr 2012 ein aufsehenerregender Fall von Schweizer Konten verhandelt wurde, konnte die Familie Botin mit einer Zahlung von 200 Mio € „die Situation bereinigen“.
Kürzlich wurde öffentlich, dass Santander wesentlich an der Förderung der „Subprime“-Hypotheken (Anm.: Immobilien-Kredite an Personen mit geringer Bonität, v.a. für Immobilien) beteiligt waren, welche die aktuelle Wirtschaftskrise erheblich ausgelöst haben. Das Kreditinstitut UCI, Santander Group, hat über Jahre unbezahlbare Darlehen gewährt. Wir waren nicht die, die über ihre Verhältnisse gelebt haben, die Bank hat Hypotheken über unsere Verhältnisse vergeben:  um sich Vorteile zu verschaffen und letztlich die Schwächsten aus ihren Wohnungen und Häusern zu vertreiben.
Es ist merkwürdig, dass im Frühjahr 2008, als noch kaum wer von einer Weltwirtschaftskrise sprach, Santander fast alle seine Immobilien verkauft hat. Auch die luxuriöse Boadilla Finanz-City, eine über 160 ha große Bankzentrale mit Büros, Hotels und sogar einem Golfplatz, wurde verkauft. Die Botin CEOs wussten was sie hervorgerufen hatten und haben noch rechtzeitig vor dem Platzen der Blase zu einem guten Preis verkauft.
Auch andere Grundpfandrechte haben zum Wachstum der Aktiva der Unternehmensgruppe beigetragen. Während des Baubooms stellte die Bank Bau-Millionären Kredite zur Verfügung, von denen einige am Korruptionsfall Malaya beteiligt waren. Nach dem Zusammenbruch des Bausektors, ließ die Bank auf den Liegenschaften Zwangsräumungen durchführen welche dann an eine neue Generation von Familien weitergegeben wurden.
Ein anderer Punkt sind StudentInnen-Konten mit hohen Soll-Zinsen, die automatisch abgeschlossen werden, wenn StudentInnen auf bestimmten Universitäten inskribieren, welche Abkommen mit Santander haben.
Am 17.September wurde der ehemalige spanische Wirtschaftsminister Rodrigo Rato internationaler Beirat in der Santander -Gruppe. Dieses Amt hatte er auch schon zwischen 2008 und 2010 inne. Dann wurde er Präsident der Caja Madrid (Bankia). Er schied aus diesem Amt nachdem er noch einen Antrag an die spanische Regierung zur Bankenrettung im Umfang von 6.000 Mio. € an öffentlichen Geldern gestellt hatte.
Rato gab Gewinne von 309.000.000€ für das Jahr 2011 für Bankia an. Aber als er ging, hatte Bankia Verluste von 3.000 Mio. €. Er steht seit Juli 2012 wegen diesem Miss-Management und der Millionenverluste vor Gericht. Jetzt kommt er dank des spanischen „Drehtüren –Systems“, das aus Politikern Geschäftsleute macht und umgekehrt, zurück in Botins Reihen.
Was noch mehr wiegt ist, dass die Santander Bank 96,72 Mio. € in Rüstungsfirmen investiert hat. Damit wurden High-Tech- Militärwaffen wie Leopard-Panzer, M45 , M51 , ASMP , ICBM und Minuteman Atomraketen , Trident und Ohio Atom-U -Boote, Uran- Munition für Challenger2 und CHARM3 Panzer, Streubomben … finanziert. Ihr Geld färbt sich mit dem Blut der Kriege in denen diese Waffen eingesetzt werden.
panelcamiseta
Die Antwort der ArbeiterInnen!
Mit dieser Anti- ArbeiterInnenpolitik kollidieren die Interessen von Santander Interessen nun mit gleichberechtigt organisierten ArbeiterInnen. Die Entlassung des Delegierten der CNT bei Isban hat zu einer raschen Eskalation des Konflikts geführt, denn die Verletzung der Freiheit wird nicht hier oder anderswo toleriert werden.
Die ganze Welt soll von den Machenschaften der Santander -Gruppe und der schmutzigen Wäsche der Familie Botin erfahren. Wir werden nicht aufgeben und sie werden nicht mit ihren Bestechungsgelder und ihren Repressalien zum Schweigen bringen.
SOLIDARITÄT  GEGEN  SANTANDER-ISBAN!
STOPPT  DAS  OUTSOURCING!
WIEDEREINSTELLUNG DER GEFEUERTEN!
Sektion Telekommunikation- und Informationsservices
CNT-AIT Madrid              

isban[at]cnt.es

(Übersetzung aus dem Englischen)

016.NEF

Links:

Advertisements
  1. […] Am 19.August 2013 formierte sich eine CNT-Sektion innerhalb der Belegschaft der Santander Bank in Madrid.Diese gewerkschaftliche Gruppe deckte die illegalen Praktiken der Arbeitskräfteüberlassung des Unternehmens Panel Sistemas zu Isban auf. Davon waren etwa 10 000 ArbeiterInnen weltweit betroffen. Sie werden nicht wie reguläre Isban-Beschäftigte behandelt, obwohl sie in Isban-Einrichtungen arbeiten und von dessen Managern kommandiert werden. Ihre prekäre Arbeitssituation wurde durch Isban hemmungslos ausgenutzt. Wir haben berichtet. […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: